Endlich glücklich! #8

Montag, 06.11

Der letzte Tag im Hostel. Endlich. Heute musste ich leider nicht arbeiten. Ja leider, denn wenn man arbeitet vergeht die Zeit schneller. Da das Wetter heute echt gut war, machte ich einen Beach Walk. Hier gibt es so viele Beach Walks, denn Manly ist einfach nur von Stränden umgeben. Wie ihr auf dem Bild sehen könnt, gib es hier wirklich Pinguine! Ich hoffe, dass ich eines Tages welche sehen werde. Einen Wal habe ich zumindest schon mal gesehen. Nach ca. einer Stunde fing es leider an zu regnen, aber das störte mich nicht groß, denn ich kam noch einigermaßen trocken wieder in Manly an und es war ja nicht so kalt. Das änderte sich aber innerhalb von wenigen Minuten. Als ich in der Innenstadt war, fing es dann an zu schütten und zwar so richtig. Deshalb verbrachte ich in einem Touristen-Geschäft ungefähr eine halbe Stunde. Leider hatte ich mein Geld im Hostel gelassen oder besser gesagt zum Glück, denn sonst hätte ich mir noch einen kuscheligen Manly-Pullover gekauft. Das Problem ist nur, dass ich jetzt schon Angst habe, denn wenn ich mich mit Jakob in Brisbane treffe, muss ich alle meine Klamotten in meinen Backpack bekommen. Das würde ich theoretisch noch schaffen, aber meine Schuhe passen leider nicht mehr in meine Tasche. Ich frage mich jedes Mal, wenn ich meinen Backpack packe, wie mein Papa es damals geschafft hat alles in dieses Ding zu quetschen. Um 15.00 Uhr kochte ich mir dann eine Kleinigkeit und setzte mich dann ans Meer, denn die Sonne war wieder da. Ich werde diesen kurzen Weg zum Strand schon sehr vermissen, aber in Freshwater gibt es ja auch einen Strand. Ich bin schon total nervös, denn so gut kenne ich Antonella ja auch nicht. Ob es die richtige Entscheidung war, das werde ich noch herausfinden, aber ich freue mich auf jeden Fall!

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Dienstag, 07.11

Heute konnte ich überhaupt nicht schlafen, denn das koreanische Mädchen hat ihren Wecker gestellt und vergessen ihr Handy mitzunehmen. Sie war eh etwas speziell, denn sie hat sich immer einen Wecker gestellt, der sie daran erinnert ihre Proteine zu nehmen und dann ist sie immer um 4 Uhr trainieren gegangen, hat alle aufgeweckt und ist dann wieder gekommen und hat sich wieder schlafen gelegt. Aber Hauptsache mal alle aufwecken. Heute weckte ich dann mal alle auf, denn ich musste noch meinen Backpack packen. Das Hostel verließ ich mit drei Taschen und machte mich dann auf den Weg zur Arbeit. Heute ist der Melbourne Cup und jeder läuft total chic rum und dann komme ich. Der Gegensatz war schon ziemlich krass, aber naja was will man machen. Nach der Arbeit machte ich mich dann auf den Weg nach Freshwater. Auf den Bildern könnt ihr meine Unterkunft für die nächsten Wochen sehen. Es ist wirklich so wunderschön! Der Vermieter war noch nicht zuhause und Antonella auch nicht. Also hatte ich erstmal ein bisschen Zeit für mich. Es war heute ein ziemlich anstrengender Tag, das liegt vielleicht auch daran, dass ich neun Stunden durchgearbeitet habe, aber ich brauche ja das Geld. Jetzt liege ich erschöpft im Bett und lasse mir noch alle Neuigkeiten von Antonella erzählen, denn sie war schon seit heute morgen in der Wohnung und hat den Vermieter über alles ausgefragt.

Mittwoch, 08.11

Die Arbeit war wie immer. Ich weiß gar nicht, ob ich es euch schon erzählt habe, aber mit den Mädchen verstehe ich mich jetzt super. Ich weiß zwar nicht, warum ich mir letzte Woche so schwer getan habe, aber ich denke mal, dass das die Winter-Depressionen waren. Diese Woche läuft es auf jeden Fall schon viel besser. Naja, bis auf das Busfahren natürlich! Heute morgen war ich schon eine Stunde früher wach, also dachte ich mir, dass ich schnell mit dem Bus nach Manly fahre und dort noch einkaufen gehe. Falsch gedacht, denn irgendwie erwischte ich den falschen Bus und konnte erst nach 40 Minuten wieder aussteigen. Blond. Also fuhr ich von Mosman wieder nach Manly und kam sogar noch pünktlich zur Arbeit. Trotzdem war mein Plan für den Tag natürlich dahin, denn ich wollte am Abend noch ins Fitnessstudio. Das machte ich auch nach der Arbeit und ging danach noch zum einkaufen. Die beste Entscheidung meines Lebens! Denn irgendwie war alles im SALE. Am meisten freute ich mich über ein gegrilltes Hähnchen. Beim ersten Vorbeilaufen kostete es nämlich noch 6$ statt 8$ und beim zweiten Mal nur noch 2$, da musste ich natürlich zuschlagen. Ich habe mich so darüber gefreut, denn seit ich in Australien bin, habe ich nur ein- oder zweimal Fleisch gegessen. Bin mal gespannt wie lange ich an diesem Hähnchen essen werde. Jetzt bin ich zuhause angekommen und habe gerade eben Greg kennengelernt. Ich denke, dass ich hier ziemlich schnell englisch lernen werde, denn er redet sehr gerne. Er hat mir von seinem Deutschlandbesuch erzählt, der jetzt schon über 41 Jahre zurückliegt. Trotzdem konnte er sich an alles detailliert erinnern. Am witzigsten fand er den Wespenstich seines Bruders, denn hier gibt es anscheinend nicht so viele. Ich bin mal gespannt, ob ich mich in ein paar Jahren auch noch an das alles hier erinnern werde.

Donnerstag, 09.11

Da das Busfahren bei mir irgendwie nicht so klappen will, entschied ich mich heute nach Manly zu laufen. Laut Google Maps braucht man dafür ca. 40 Minuten, aber schon nach fünf Minuten sah ich den Manly Beach. Ich habe um ehrlich zu sein noch nie so etwas Wunderschönes gesehen seit ich hier bin. Das Meer am Morgen. Alles ist noch so still und friedlich. Ein Morgen am Strand lässt sich eigentlich gar nicht mit Worten beschreiben. Nach einer halben Stunde war ich dann schon in Manly. Also sollte man nicht unbedingt immer auf das Internet hören. Der Tag zog sich heute extrem, da wir einfach nicht so viel zu tun hatten. Nach der Arbeit setzte ich mich noch an den Strand. Um ehrlich zu sein: ich verliebe mich gerade ein bisschen. Als ich in Sydney ankam, habe ich mir geschworen, dass ich hier nicht so lange bleiben möchte, aber jetzt … es ist so wunderschön am Strand zu wohnen. Die Leute sind hier viel glücklicher und nicht so gestresst wie im CBD. Auch ich bin glücklicher. Ja, ich bin endlich glücklich! Auch wenn ich eigentlich „alleine“ bin, fühle ich mich endlich wohl. Ich habe einfach die Dinge gemacht, die ich wollte und jetzt bin ich endlich wieder ich. Ich habe endlich einen geregelten Tagesverlauf und ich habe schon so viele neue Leute kennengelernt. Ich kann endlich Englisch sprechen und deshalb fühle ich mich eher als wäre ich in Australien. Ich bin endlich in Australien. Eigentlich wollten Jakob und ich uns in Brisbane treffen, aber ich habe heute einfach ein AirBnB in Dee Why gebucht. Es ist auch am Strand und auch nur 30 Minuten von Manly entfernt. Ich habe mich einfach verliebt und kann mir momentan nicht vorstellen wieder in eine überfüllte Stadt zu fliegen. Außerdem kenne ich mich hier schon gut aus und ich denke, dass wir hier eine wunderschöne Zeit verbringen werden.

Freitag, 10.11

Endlich Freitag! Heute war ein richtiger schöner Tag. Das Wetter war perfekt und die Mittagspause verbrachten wir zusammen am Strand. Wir wurden sogar zum Essen eingeladen. Wir entschieden uns für Guzman Y Gomez, ein mexikanisches Restaurant. Ich habe schon lange nicht mehr so lecker gegessen und das Beste ist, dass die meisten Gerichte glutenfrei sind. Wenn du mal in Australien bist, solltest du das auf jeden Fall ausprobieren. Mein Nachmittag gestaltete sich ähnlich wie gestern: ich legte mich zwei Stunden in die Sonne und motivierte mich dann zum Cardio. Ich bin so froh, dass ich mich endlich im Fitnessstudio angemeldet habe. Na ja, so richtig angemeldet bin ich zwar noch nicht, da ich das nächste Woche erst machen werde, da nicht immer Staff da ist. Ich hoffe, dass es dann auch so klappt wie ich mir das vorstelle.

Samstag, 11.11

Heute Morgen musste/ durfte/ wollte ich endlich mal meine Wäsche waschen. Darauf habe ich mich ehrlich gesagt schon die ganze Woche gefreut! Ich entwickle mich so langsam zur richtigen Hausfrau: freue mich aufs Wäsche waschen, plane meinen Wocheneinkauf und koche mein Essen. Was sich in acht Wochen alles verändern kann. Nach einem kleinen Besuch im Fitnessstudio machte ich mich dann auf den Weg zum Strand. Diesmal entschied ich mich für die Seite an der Wharf, denn dort sind nicht so hohe Wellen und auch weniger Menschen. Es war so wunderschön endlich mal im Bikini am Strand zu liegen, die Sonne zu genießen und zu entspannen. So schönes Wetter hatten wir schon lange nicht mehr am Wochenende und damit habe ich ehrlich gesagt auch nicht gerechnet, denn auch auf der Arbeit machen wir immer Scherze darüber, dass es immer regnet, wenn wir frei haben. Traurig aber wahr. Auf dem Weg nach Hause ließ ich mir diesmal mehr Zeit und erkundete ein bisschen die Gegend. Die Häuser, die hier stehen sind so wunderschön, aber trotzdem könnte ich mir nicht vorstellen hier für immer zu wohnen. Ich fühle mich ja jetzt schon wie ein Auswanderer. „Da Arbeiten, wo andere Urlaub machen“. Das ist meine aktuelle Lebenssituation, aber für immer könnte ich mir das nicht vorstellen. Jetzt sitze ich alleine in der Wohnung und hätte gerne jemanden zum quatschen, aber Antonella arbeitet heute. Das heißt, dass ich morgen früh alles bis ins kleinste Detail erzählt bekomme oder schon heute Nacht. Sie hat sich so über den Job gefreut und hat mich an mich selbst erinnert. Ihre Jobsuche ist anscheinend aber erfolgreicher als meine, denn sie ist ja erst seit einer Woche in Australien. Meinen ersten Job hatte ich glaube ich erst nach drei Wochen oder so. Das ist schon so ewig her, dass ich mich gar nicht mehr daran erinnern kann.

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Sonntag, 12.11

Früh am Morgen machte ich mich auf den Weg zum Circular Quay, denn heute traf ich mich mit Liz. Ich war heute das erste mal im CBD bei Sonnenschein! Es war so wunderschön. Alles ist einfach schöner bei Sonnenschein. Zusammen fuhren wir dann zum Watsons Bay und verbrachten dort den Tag. Nach dem Sonnenbad waren wir noch beim Leuchtturm, den ich auch schon mit Selina angeschaut habe. Damals (vor einem Monat) war es nur eisig kalt und es hat geregnet.  Nachmittags zeigte mir Liz dann noch ihre Wohnung und wir schauten Harry Potter. Es war der perfekte Abschluss für einen schönen Sonntag. Um 21:30 Uhr saß ich dann endlich in der Fähre. Warum war ich vorher eigentlich noch nie nachts in Sydney? Das ist ja eigentlich ein Muss, denn es schaut atemberaubend aus. Eigentlich weiß ich wie ich von der Manly Wharf zu meiner Wohnung komme, aber nicht, wenn die Straßen gesperrt sind und keine Busse fahren. Warum habe ich eigentlich immer so ein Glück. Irgendwie fand ich dann doch noch eine Bushaltestelle an der sogar ein Bus hielt, den ich nehmen konnte. Es war nur nicht der Bus, den ich normalerweise nehmen würde, deshalb war ich dann ein bisschen verloren. Ich hatte kurze Zeit einen kleinen Panikanfall, denn auch mein Handy hatte 0%, aber dann suchte ich einfach den Strand und fand dann auch irgendwann die Wohnung. Busfahren und ich werden einfach keine Freunde werden.

Diese Woche verging wie im Flug. Ich bin froh über meine Entscheidungen, die ich getroffen habe. Eigentlich dachte ich, dass ich bestimmt etwas bereuen werde, aber nein. Ich bin endlich dort, wo ich hingehöre. Ich bin endlich so richtig angekommen. Natürlich gibt es auch Momente in denen mal nicht alles gut läuft, aber das wäre ja zuhause genauso. Es ist einfach so wunderschön hier und ich kann mir gar nicht vorstellen diesen Ort zu verlassen. Sydney im Sommer sollte wirklich jeder mal erlebt haben. Das Wetter beeinflusst einen einfach extrem. Als ich ankam, war es noch total kalt und jetzt scheint meistens die Sonne und auch die Menschen werden glücklicher. Ich habe diese Woche viele nette Leute kennengelernt und ich hoffe, dass wir auch auf jeden Fall in Kontakt bleiben werden. Diese Woche ist mir einfach klar geworden, dass ich nicht mit vielen Leuten zuhause Kontakt habe. Das ist eigentlich total schade und macht mich auch ein bisschen traurig, aber ich möchte jetzt ein bisschen positiver denken! Ich habe nämlich gemerkt, dass ich mir immer viel zu viele Sorgen um alles machen und gleich das Schlimmste denke und genau das möchte ich jetzt ändern. Ich weiß, dass ich mich auf meine Freunde verlassen kann und dass man nicht jede Woche Kontakt haben muss. Vielleicht sind diese Freundschaften auch nicht für immer, aber das stellt sich erst heraus, wenn ich wieder Zuhause bin. Diesen Zeitpunkt habe ich immer noch nicht festgelegt, aber ich denke, dass ich hier doch länger bleiben werde als ursprünglich geplant. Aber das kann sich ja auch noch ändern. Jetzt gehe ich mal schlafen, denn ich möchte fit für morgen sein. Warum geht das Wochenende nur immer so schnell vorbei?

See you!

Lara

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3 Gedanken zu “Endlich glücklich! #8

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