How to be happy #10

Montag, 20.11

Heute war ein richtiger Montag. Obwohl wir erst um 10 Uhr arbeiten mussten, waren alle total unmotiviert und die Zeit verging gar nicht. Am Abend hat mich Antonella zu ihrem Geburtstag, der morgen ist, eingeladen. Ich dachte eigentlich, dass er am Donnerstag ist, aber ich vertausche leider immer Tuesday und Thursday. Irgendwie komme ich damit immer durcheinander, obwohl man sowas schon in der Grundschule lernt. Ich hatte eigentlich geplant einen „Kuchen“ zu kaufen, aber das kann ich jetzt nicht mehr machen, da es schon zu spät ist. Jetzt überlege ich die ganze Zeit was ich ihr schenken könnte. Wäre ich jetzt in Deutschland würde ich schnell zu dm fahren und ein Bild ausdrucken, aber sowas habe ich hier leider noch nicht gesehen. Vielleicht fällt mir über Nacht noch was ein. Es sollte irgendwas persönliches sein, was sie an unsere gemeinsame Zeit hier erinnert. Ich möchte nicht einfach irgendetwas kaufen, sondern liebe es Geschenke zu schenken über die man sich auch Gedanken gemacht hat und nicht so das typische Duschgel, Badekugel etc.

Dienstag, 21.11

Die Arbeit war heute ein kleines bisschen besser als gestern. Eigentlich war der Tag auch ganz gut bis ich von meiner Chefin eine Nachricht bekam, dass ich einen Gürtel bei einem Jumpsuit vergessen hätte. Während des gesamten Trainings ging ich die Sachen durch, die ich gestern eingepackt habe und eigentlich hätte ich ihn echt nicht vergessen können. Jetzt habe ich natürlich total Angst, dass sie total sauer ist und ich im Januar nicht mehr arbeiten kann. Warum mache ich mir eigentlich immer so viele Gedanken? Ich bin hier in Australien und die Leute hier machen sich bestimmt nicht so unnötige Sorgen wie ich. Auch Liz meinte, dass man sich nicht so in die Sache reinpressen sollte. Jeder kann mal Fehler machen. Wir sind alle nur Maschinen und keine Roboter. Als ich mich mit Antonella und Cami traf, erzählte ich ihnen natürlich erstmal meine Sorgen und versuchte dann den Abend zu genießen. Wir waren in einem wunderschönen Restaurant mit einer so tollen Aussicht. Für mich wäre das der perfekte Ort für ein Date, aber Greg meinte, dass es eher was für ältere Leute ist. Der Abend und der Geburtstag waren wunderschön und Antonella hätte selbst nicht damit gerechnet, dass sie dieses Jahr einen so schönen Geburtstag haben wird. Letzte Woche hat sie mir noch erzählt, dass sie sich nur einen Job wünscht und heute Morgen ist sie dann in die Küche gesprungen gekommen und hat nur strahlend gesagt „I have a job!“. Ich habe mich so für sie gefreut. Es war zwar nur ein einmaliger Job, aber so hat es bei mir auch angefangen. Zuhause habe ich ihr dann noch mein Geschenk gegeben. Ich habe ihr ein MANLY T-Shirt gekauft, das sie immer an uns erinnern soll. An den Moment, wo sie mich im Hostel angesprochen hat, an unserer Shoppingtage und Ausflüge. Genau in einer Woche zieht Antonella aus. Wahnsinn! Wie schnell die Zeit jetzt vergangen ist. Am Anfang waren es drei Wochen und jetzt nur noch ein paar Tage. Drei Wochen vor denen ich ein bisschen Panik hatte. Total unnötig wie sich herausgestellt hat. Ich bin so froh, dass Antonella mich angesprochen hat. Sie hat mir gezeigt, was wirklich wichtig im Leben ist und hat mir immer zugehört. Ich kann ihr einfach alles erzählen. Ja, ich erzähle einem Menschen, den ich erst drei Wochen kenne alles. Ich weiß einfach, dass ich ihr vertrauen kann und dass sie immer ehrlich ist. Ich freue mich jeden Tag darauf, wenn ich nach Hause komme darauf ihr von meinem Tag zu berichten und vermisse sie wenn sie mal nicht da ist und ich alleine bin. Ich bin so dankbar. Thank you, Antonella. 

Mittwoch, 22.11

Die Arbeit war heute besser als erwartet. Ich hätte eigentlich damit gerechnet, dass meine Chefin ein bisschen angepisst sein wird, aber irgendwie war sie heute besonders gut drauf. Auch die Mädels waren heute besser gelaunt. Wir haben das Montags-/Dienstagstief überstanden! Da heute das Wetter so gut war setzte ich mich nach der Arbeit noch an die Wharf und holte mir dann um 18:30 Uhr Sushi, denn um diese Uhrzeit wird es günstiger. Bin extra ein paar mal vorbei gelaufen. Man spart ungefähr 2$, was für meinen Geldbeutel echt gut ist, denn so kann ich mehr shoppen gehen. Außerdem wollte ich heute mal wieder was richtiges essen, da ich mich schon die letzten Tage so schlapp fühle. Da ist Sushi doch die beste Lösung. Ich blieb so lange sitzen bis die Sonne untergegangen ist. Es war so wunderschön und entspannend einfach mal nichts zu tun. Einfach der Sonne beim untergehen zusehen, die Leute beobachten und einfach mal zufrieden sein. Natürlich ist es nicht immer gut, wenn man alleine ist, aber es gibt Momente, die muss man einfach für sich genießen.

Donnerstag, 23.11

Heute hätte ich eigentlich ausschlafen können, aber als mich um 7 Uhr die Sonne anlachte musste ich einfach ausstehen. So wie fast jeden Tag. Vor der Arbeit ging ich noch ins Fitnessstudio, denn Sport am Morgen vertreibt tatsächlich Kummer und Sorgen. Heute war ein Mädchen zum Probearbeiten da. Eigentlich dachte ich, dass ich mir mit ihr ein Zimmer teilen könnte, wenn das mit Laura nicht klappt, aber sie ist schon 28 und verheiratet. Aber vielleicht kann ich ja zwischen ihrem Mann und ihr schlafen. Das wäre doch ein Traum! Ich hoffe ja immer noch, dass Laura einen Job in Manly findet. Zur Not hätte ich ein günstiges AirBnB hier gefunden. Es ist sogar im gleichen Haus, aber Greg meint, dass die Frau verrückt ist. Wir werden sehen was kommt. Ich lebe einfach Tag für Tag! Nach der Arbeit war ich dann noch mit Liz am Strand, wo wir die letzten Sonnenstrahlen genossen haben. Das Highlight des Tages war natürlich Animal Crossing. Ich habe es als Kind so geliebt und es hat mich total gefreut, dass man es jetzt auf dem Handy spielen kann. Ich bin zwar schon 20 Jahre alt, aber so etwas braucht man einfach. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die einen glücklich machen und dieses Spiel bringt mir ein klein bisschen Kindheit zurück.

Freitag, 24.11

Heute hatte ich meinen dayoff und deshalb entschied ich mich an den Strand zu gehen. Es war heute so heiß und ich muss sagen, dass ich dieses Wetter liebe. Klar, vermisse ich auch das Skifahren und den Schnee, aber man kann nicht alles im Leben haben und momentan möchte ich auch nicht tauschen. Momentan habe ich noch ein bisschen Panik, dass es mit Januar nichts wird, da ich immer noch kein shared house gefunden habe und alleine möchte ich eigentlich nicht in ein AirBnB gehen. Aber mal schauen, was noch kommen wird. Mittags traf ich mich dann mit Antonella in der Warringah Mall. Sie war leider nicht so gut drauf, da ihr Bewerbungsgespräch nicht gut gelaufen ist, deshalb war Frustshoppen angesagt. Außerdem ist Black Friday. Leider gab es jetzt nicht die super Angebote. Ich habe aber trotzdem etwas gefunden, was ich mir schon so lange kaufen wollte. Ja, ich weiß, dass ich mir eigentlich nichts mehr kaufen sollte, da ich echt nichts mehr in meine Tasche bekomme, aber irgendwie werde ich es schon schaffen von Freshwater nach DeeWhy zu ziehen und danach kann Jakob Sachen von mir in seinen Koffer verstauen. Das wird schon! Am Abend kochten Antonella und ich dann zusammen. Eigentlich sollte es Lasagne werden, aber wir haben einfach unser eigenes Essen kreiert. Es hat sehr lecker geschmeckt. Wir schauten dann noch einen Film und genossen einfach den Abend zusammen. Es war ein wunderschöner Tag. Es war ein perfekter Freitag. Ich habe heute auch endlich mal mit Selina telefoniert. Sie hat es verstanden, dass ich im Januar nochmal arbeiten will und hat gemeint, dass ein Mädchen vom Hostel und sie schon „unsere“ Reise planen und ich kann natürlich mit. Das hat mich ein bisschen traurig gemacht. Natürlich finde ich es schön, dass Selina neue Leute kennengelernt hat, aber ich möchte auch bei der Reiseplanung beteiligt sein und nicht einfach so eine Route fahren, die ich überhaupt nicht machen will. Ich hatte so ein schlechtes Gewissen, dass sie sauer sein wird und jetzt das. Ich weiß nicht, ob du mich verstehen kannst, aber ich versuche mir jetzt einfach mal nicht mir meinen Kopf darüber zu zerbrechen. Es kommt wie es kommen soll!

Merci! An dich. Ja, genau an dich. Du liest dir Woche für Woche meinen Artikel durch und begleitest mich sozusagen auf meiner Reise. Ich kann dir gar nicht sagen, wie dankbar ich dafür bin. Du liest dir jede Woche meine Probleme durch. Manchmal denkst du dir vielleicht, was ich für Luxusprobleme habe und vielleicht kannst du mich sogar manchmal verstehen. Ich freue mich schon auf unsere nächsten Wochen zusammen! 

Samstag, 25.11

Um 7 Uhr machte ich mich wieder auf den Weg zum Fitnessstudio, denn wie mag es anders sein, konnte ich nicht länger schlafen. Eigentlich wollte ich mich heute mit Liz treffen, aber diese schrieb mir irgendwie nicht, deshalb machte ich einen Beachwalk mit Antonella und Greg. Greg hat sich eingebildet, dass er mehr mit uns unternehmen muss. Ich finde das eigentlich gut, denn so kann ich mein Englisch verbessern. Auf der Hälfte des Weges schrieb mir dann Liz und deshalb machte ich mich dann wieder auf den Weg nach Freshwater. Wir trafen uns am Circular Quay. Es war so witzig, denn wir waren beide in schwarz angezogen bei ca 30°C. Den Luna Park bei Sonnenschein zu sehen, war nochmal was ganz anderes. Eigentlich wollte ich dort nicht mehr hin, da ich beim ersten Mal nicht so begeistert war, aber jetzt hat es sich irgendwie geändert. Wir hatten richtig viel Spaß und machten tausende Fotos. Auf dem einen Bild haben wir versucht mal nicht eine Standard Touristen Pose zu machen. Ich denke, dass so etwas (was immer das auch sein soll) noch keine davor hinbekommen hat. Nach dem Luna Park waren wir dann noch beim Opera House und setzten uns dann in die Bar, die genau unter dem Opera House ist. Es war ein richtiger schöner Tag. Ich bekomme es aber immer noch nicht aus meinem Kopf, dass Selina jetzt mit jemanden anderen reisen möchte. Als ich zuhause ankam, merkte Greg, dass mich irgendwas belastet und deshalb erklärte er mir die vier Weisheiten wie man ein glückliches Leben führt. Er war zwar ziemlich betrunken, aber er hat trotzdem Recht.

  1. Be impeccable with your word: Man sollte nur das sagen, was man auch wirklich meint. Das ist für mich ziemlich leicht, aber ich habe damit nicht die besten Erfahrungen gemacht, denn manche Menschen kommen einfach nicht damit klar, wenn man ihnen die Wahrheit sagt. Zudem sollte man vermeiden schlecht über sich selbst zu sprechen oder sich selbst runterzumachen und natürlich zu lästern. Der erste Teil wird mir sicherlich ein bisschen schwer fallen, denn ich mache mich gerne klein. Das muss sich auf jeden Fall ändern!
  2. Don´t take anything personally: Man sollte nichts persönlich nehmen. Das kommt bei mir immer auf die Situation drauf an und ob man einen Tag erwischt, wo ich selbstbewusst bin oder im Selbstmitleid ersticke.
  3. Don´t make assumptions: Man sollte so selbstbewusst sein, dass man fragen kann was man möchte und dass man seine Wünsche äußern kann. So können Missverständnisse vermieden werden. Genau das, was ich die ganze Zeit versuche, aber irgendwie klappt das nicht immer.
  4. Always do your best: Auf der einen Seite würde ich sagen, dass dieser Punkt der leichteste ist, aber man muss erstmal herausfinden, was das Beste ist.

Greg ist zwar manchmal schon ein bisschen seltsam, aber er hat mir heute sehr geholfen und mir sozusagen die Augen geöffnet. Ich mache mir einfach viel zu viele Sorgen und sollte mich nicht von anderen Menschen herunterziehen lassen. Man weiß eigentlich selbst, was das beste für einen ist und wer/ was einem negativen Gedanken bringt. Also weg mit der Negativität und „Hello, new challenge„. Meine Aufgabe für nächste Woche wird sein, diese Schritte zu befolgen. Mal schauen, ob es klappt.

Sonntag, 26.11

Der Tag startet mit einem Morningwalk. Ich dachte eigentlich, dass das Wetter heute nicht so gut werden sollte, deshalb zog ich einfach über meinen Pyjama einen Pulli. Hätte ich das mal nicht gemacht, denn als ich wieder zuhause war, war ich total durchgeschwitzt. Vor dem Frühstück legte ich mich dann noch eine Stunde an den Strand. Cami, Antonella und ich machten uns dann nach dem Frühstück auf den Weg zu Watsons Bay, was im Nachhinein nicht die beste Entscheidung war, denn es waren so viele Leute dort. Vielleicht auch, weil dort ein Markt war. Trotzdem war es echt schön. Eigentlich dachte ich ja, dass ich mal einen ganzen Tag nur im Bett liegen kann, aber wenn man auch die Möglichkeit am Strand zu liegen, dann macht man das doch lieber. Um 4:30 Uhr wollte ich mich dann auf den Nachhauseweg machen. Das war nur leider ein bisschen schwierig, da die Schlange vor der Fähre ungefähr einen Kilometer lang war, deshalb nahm ich den Bus. Nach zwei Stunden kam ich dann auch mal in Manly an und versuchte dann noch die negativen Gedanken beim Training zu vertreiben, was leider nicht so klappte. Als ich dann zuhause ankam und Antonella noch nicht zuhause war, war ich schon ein bisschen traurig. Jetzt versuche ich gerade irgendwie Flug und AirBnB´s für die nächsten Wochen zu buchen. Gerade hat mein Papa mir geschrieben, dass er einen Flug gebucht hat. Danke! Ich habe es irgendwie nicht auf die Reihe gebracht, denn ich wollte einen Flug mit Gepäck, da man bei den andern Flügen ziemlich viel für das Gepäck zahlen muss. Manchmal braucht man einfach noch ein bisschen Unterstützung und ich bin sehr froh, dass ich diese bekomme.

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Das ist hier so mein Alltag! Ich wusste gar nicht, ob ich diese Woche einen Blog schreiben soll, aber irgendwie passiert ja doch jede Woche etwas anderes, obwohl ich die meiste Zeit arbeite. Außerdem weiß ich, dass sich meine Omas und mein Opa darüber freuen! In ein paar Tagen kommt Jakob mich schon besuchen. Ich kann es jede Woche wieder sagen, dass die Zeit einfach nur so verfliegt. Die Wochen ziehen einfach so an einem vorbei. Man sammelt Erfahrungen, Erinnerungen und natürlich ist jede Woche auch etwas negatives dabei, aber es kann soviel schlechtes passieren, wenn man nur die richtigen Menschen um sich hat, die einen wieder aufbauen. Klar bin ich traurig, dass ich jetzt erstmal nicht mehr mit Selina reisen werde. Vielleicht möchte sie das ja auch gar nicht mehr, aber ich weiß, dass das alles auch einen Sinn hat. Deshalb sollte ich mir jetzt darüber mal keine großen Sorgen machen. Am Ende kommt eh alles wieder ganz anders. So wie immer. Man lebt hier einfach day by day und das ist doch auch mal was ganz schönes. Anders, komisch, aber auch irgendwie aufregend. Nächste Woche werde ich erstmal bis Freitag alleine sein, da Laura sich dazu entschieden hat noch länger auf dem Surfcamp zu bleiben. Ich bin ja schon ein bisschen neidisch auf sie, aber ich kann es mir momentan einfach nicht vorstellen, surfen zu lernen, da hier diese Woche ein weißer Hai war, aber mal schauen was diese Reise noch alles mit sich bringt. Ich bin schon ein bisschen traurig, dass Antonella mich am Dienstag verlässt. Ich denke nicht, dass Greg diese Trennung verkraften wird, denn er hat ziemlich viel Zeit mit ihr verbracht, da sie ja nicht gearbeitet hat. Deshalb hoffe ich, dass sie mich noch ein paar mal besuchen kommt. Wir haben auf jeden Fall schon Pläne für nächstes Wochenende gemacht. Ich bin gespannt, was die nächste Woche noch mit sich bringen wird!

Bis Bald

Lara

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