Daily life #11

Montag, 27.11

Als ich bei der Arbeit ankam, erwartete mich erstmal eine Überraschung, denn ich wusste nicht, dass das Mädchen von letzter Woche eingestellt war. Der Tag war eigentlich ganz gut. Die Sonne schien anstatt dem angesagten Regen und die Zeit auf der Arbeit ging eigentlich auch sehr schnell rum. Ich durfte sogar für meine Chefin einkaufen gehen, da verging die Zeit quasi doppelt so schnell. Am Morgen war ich noch trainieren, das ist einfach das beste um den Tag zu starten. Was mich ein bisschen genervt hat, dass das Mädchen schon andere Sachen machen durfte als ich. Ich kann meine Chefin zwar verstehen, da sie das ja können muss, wenn alle weg sind, aber trotzdem kam ich mir ein bisschen komisch vor. Heute war der letzte Abend mit Antonella. Wir schauten zusammen mit Greg einen Film The Castle. Der Film war echt total komisch, aber es war trotzdem ein ganz schöner Abend. Es wird so komisch, wenn ich morgen nach Hause kommen werde und Antonella nicht mehr zuhause ist. Momentan kann ich mir das noch gar nicht vorstellen. Es ist einfach so witzig wie alles angefangen hat. Am Anfang haben wir noch immer so geschlafen, dass jeder mit dem Gesicht zur Wand liegt und jetzt schlafen wir kreuz und quer. Ich hätte nie gedacht, dass solch spontane Ideen so gut enden können.

Dienstag, 28.11

In meinem letzten Post habe ich geschrieben, dass ich versuche die vier Wahrheiten wie man ein glückliches Leben führt, einzuhalten. Das war heute aber leider überhaupt nicht möglich. Meine Chefin hatte heute nämlich irgendwas gegen mich. Mir sollte alles nochmal genau erklärt werden, dabei habe ich diese Aufgaben schon tausendmal gemacht. Das hat mich ein bisschen aufgeregt und am liebsten hätte ich sie gefragt, was sie gegen mich hat. Außerdem hat sie gemeint, dass ich ja als Casual angestellt bin und dass ich vielleicht im Januar auch nur 2 Tage arbeiten könnte. Wenn ich wirklich nur 2 Tage arbeiten kann, dann muss ich mir noch einen zweiten Job suchen, denn ich möchte mir auch was leisten und gleichzeitig noch sparen. Deshalb bin ich mir jetzt total unsicher, was ich machen soll. Ich versuche mir nicht so viel Stress zu machen, aber irgendwie läuft im Moment alles nicht so richtig. Ich wollte doch ein glückliches Leben führen! Als ich dann in eine leere Wohnung kam, war alles noch deprimierender. Leider läuft es momentan mit Selina auch nicht so gut und ich würde gerne mal mit ihr telefonieren, habe aber irgendwie das Gefühl, dass sie das nicht möchte. Momentan bin ich so verunsichert und ich versuche mir die ganze Zeit einzureden, dass alles so kommen wird wie es kommen soll. Nur irgendwie möchte ein Teil von mir, das irgendwie nicht glauben. Greg machte mir dann ein bisschen Mut und versuchte mir noch ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Ich bin so froh, dass ich mir sein AirBnB ausgesucht habe. Er sagt einfach immer das richtige und bringt mich so langsam dazu ein bisschen „australischer“ zu denken/leben.

Mittwoch, 29.11

Heute war die Arbeit mal wieder gut, denn wir hatten kein Wasser!  Und das benötigen wir ja zum reinigen der Kleider. Also hatten wir sozusagen nichts zu tun. Lisa wollte uns zunächst auch nach Hause schicken, aber sie meinte, dass das auch unfair wäre. Das Wasser wurde in dem Teil von Manly ausgestellt, da ein Hydrant auslief. Die Idee von meiner Chefin: Boxen und Eimer nehmen und zu dem Hydranten rennen. Es war so witzig und wäre ich mit dem Auto an uns vorbei gefahren, hätte ich sicher ein Video gemacht. Vier Mädchen, die Wasser von der Straße klauen, es in Boxen einen Berg hochschnellen und dann versuchen die Boxen in den Aufzug zu heben. Nach diesem kleinen Workout waren wir komplett nass. Nicht nass geschwitzt sondern nass vom Regen. Der Tag war dementsprechend auch echt entspannend. Es ist echt wahnsinnig wie wir an fließendes Wasser gewöhnt sind. Wenn man es einmal nicht hat, ist man echt aufgeschmissen. Ohne Wasser funktioniert eigentlich nichts. Der ganze Tag war ein komplettes Durcheinander, aber ein schönes Durcheinander. Solche Situationen bringen einen irgendwie zusammen. Jeden Tag nach der Arbeit bringe ich die Pakete zur Post. Mike ist mein Lieblingsmitarbeiter. Als ich ihm die Geschichte erzählt hatte, meinte dieser nur, dass wir auch ruhig zu ihm hätten kommen können, denn er hatte Wasser. Er ist einfach so süß. Die Menschen hier sind wirklich sehr nett, aber ich würde jetzt nicht sagen, dass sie netter sind, als die Deutschen. Es gibt immer gute und schlechte Menschen genauso wie in Deutschland. Man kann nicht sagen, dass wir immer schlecht drauf sind. Die Deutschen, die ich hier getroffen habe, sind sehr aufgeschlossen, hilfsbereit und eigentlich immer fröhlich.

Donnerstag, 30.11

Am Dienstag hat mich meine Chefin noch so behandelt, als wäre ich die Neue und heute durfte ich die Aufgaben übernehmen, die normalerweise nur die richtig Guten machen. Das hat mich schon ein bisschen stolz gemacht und natürlich auch nervös, denn ich möchte sie nicht enttäuschen. Ich versuche jetzt einfach mein bestes zu geben, damit sie im Januar merkt, dass sie mich braucht. Vielleicht kann ich ja dann mehr Stunden arbeiten und brauche keinen zweiten Job. Vielleicht. Momentan steht eh alles noch in den Sternen. Ich wollte so gerne für Januar einen Plan haben, da ich Angst habe, wenn meine Eltern wieder weg sind, dass ich wieder in ein Loch falle. Der Plan. Irgendeinen Plan. Momentan scheint es so, als würde es so etwas hier einfach nicht geben. Greg und meine Chefin meinten schon, dass ich mir wenn dann einen Job im Januar suchen sollte und damit nicht schon jetzt anfangen sollte. Die Bars/ Restaurants, die jetzt Leute suchen, suchen sie nämlich jetzt für Weihnachten und nicht Silvester und wissen selbst noch nicht wie es im Januar ausschaut. Es wird also noch spannend bleiben!

Freitag, 1.12

Wie schon letzte Woche hatte ich auch diese Woche wieder frei. Es war wirklich ein wunderschöner Tag. Am Morgen war ich trainieren und diesmal waren zum Glück auch nicht so viele Leute da. Ich habe mein Training auch ein bisschen umgestellt, da ich irgendwie keine Fortschritte mehr gesehen habe und mich allgemein nicht mehr so wohl gefühlt habe, wenn du willst, kann ich gerne mal etwas über meine Fitnessroutine in Australien schreiben. Dass ich keinen Fortschritt sehe, könnte aber auch daran liegen, dass Lisa uns immer so viel zum Essen mitbringt oder daran, dass ich keine Peanutbutter mehr vertrage. Ich weiß nicht wie viel ich davon in den letzen Wochen gegessen habe, aber anscheinend zu viel, denn jetzt bekomme ich immer Bauchschmerzen. Ich bin ernsthaft süchtig. Zuhause habe ich nie Nutella oder Marmelade gegessen und dann hier diese Eskalation. Nach dem Training ging ich noch zu Vinnies, denn ich wollte mir endlich neue Bücher kaufen. Die Läden schließen hier in Australien leider schon um 5:30, deshalb habe ich das unter der Woche nie geschafft. Ich habe mir wieder nicht so schwierige Bücher ausgesucht und finde es immer noch verrückt, dass ich zwei Bücher für $4 gekauft habe. Auf dem Heimweg setzte ich mich dann auf eine Bank am Strand genoss das gute Wetter und fing an das Buch zu lesen. Es war einfach der perfekt Morgen. Ich bin endlich glücklich mit mir selbst. Viele können nicht glücklich sein, wenn sie alleine sind, aber genau das sollte man können. Das neue Mädchen von meiner Arbeit ist seit 14 Jahren mit ihrem Freund/ Mann zusammen und könnte sich nicht vorstellen alleine nach Australien zu gehen. Sie meinte, dass sie eigentlich nur noch zusammen können. Ich finde das ziemlich traurig, denn das heißt ja, dass es kein ich mehr gibt, sondern nur noch ein wir. Dabei bist du doch so wichtig! Du bist eine eigenständige Person und solltest dich nicht von anderen Menschen abhängig machen. Du weißt am besten wie es dir geht und du weißt am besten was gut für dich ist. Es ist schön, wenn man einen Partner gefunden hat, mit dem man sein ganzes Leben verbringen möchte, aber dafür darf man sich selbst nicht aufgeben. Den Tag verbrachte ich am Pool in Freshwater, denn am Strand war es heute zu windig. Heute ist der 1. Dezember und es ist das erste Jahr, wo ich keinen Adventskalender habe. Heute ist der 1. Dezember! Wie schnell ging das denn bitte? Das heißt, dass Jakob in 11 Tagen kommt. Wahnsinn! Nachmittags traf ich mich dann noch mit Antonella. Ich hatte zwar nur kurz Zeit, da ich zuhause sein wollte, wenn Laura ankommt, aber es war so schön mal wieder mit ihr zu reden. Am Abend kam dann endlich Laura! Jetzt tauschen wir die Neuigkeiten aus, die sich in den letzten Wochen ergeben haben.

Samstag, 2.12

Am Morgen ging ich wieder ins Training. Es ist so krass, dass der Monat hier jetzt schon fast vorbei ist, deshalb muss ich das jetzt jeden Tag nochmal ausnutzen. Nach dem Training traf ich mich mit Laura in Manly, denn sie musste einkaufen gehen. Zusammen machten wir uns dann auf den Rückweg nach Freshwater. Der Weg ist einfach so viel kürzer wen man jemanden zum reden hat. Nach dem Frühstück legte ich mich nochmal ins Bett, denn heute war ein sehr verregneter und trüber Tag. Mittags trafen wir uns dann mit Liz. Eigentlich wollten wir irgendwas unternehmen, aber das Wetter machte uns da leider einen Strich durch die Rechnung. Es regnete und zwar in Strömen. Deshalb saßen wir den ganzen Tag nur im Starbucks und quatschten. Was uns am meisten beschäftigt hat, war die Sache, dass die meisten Backpacker, die zurück in Deutschland sind, sagen, dass man lieber im Ausland bleiben soll. Aber warum? Zuhause ist doch nicht immer so schlecht. Es gibt immer gute und schlechte Tage egal wo man ist. Es kommt doch darauf an, was man daraus macht. Ich habe keine Angst, dass wenn ich zuhause bin mein Leben nicht mehr so aufregend ist oder langweilig wird, denn ich habe es in der Hand, was ich daraus mache. Ich denke, dass man nicht immer denken sollte, dass in Deutschland alles schlechter ist. Man sollte immer positiv denken und das beste aus jeder Situation machen. Genauso mache ich das hier auch. Bei schlechtem Wetter ist man hier echt aufgeschmissen, vor allem wenn man kein Geld ausgeben will. Was machst du immer bei schlechtem Wetter? Es war eigentlich ein perfekter Tag um nur im Bett rumzuliegen. Wäre ich heute Morgen mal liegen geblieben. Jetzt sitze ich hier in der Wohnung und höre Greg dabei zu wie er Laura Cricket erklärt. Ich habe nach den ersten Minuten aufgehört zuzuhören, denn eigentlich finde ich, dass das Spiel ziemlich uninteressant ausschaut. Ich bin ein bisschen traurig, dass ich euch diese Woche nicht so viel erzählen kann, aber irgendwie habe ich noch nichts spannendes erlebt.

Sonntag, 3.12

Den Morgen verbrachte ich am Pool in Freshwater, denn die Sonne war wieder da! Nach dem Frühstück machten Laura und ich uns auf den Weg nach Sydney Central, denn Laura hat eigentlich noch nichts von Sydney gesehen. Im Nachhinein fand sie das aber auch nicht so schlimm, denn Central ist echt nicht so schön und es ist viel zu überfüllt. Laura hat die Weihnachtsgeschenke für ihre Familie eingekauft und ich musste mich zusammenreißen, denn ich wollte diese Woche mal nichts shoppen. Wir waren dann noch kurz im Paddy´s Market, aber nach 2 Minuten hatte Laura genug davon. Es ist halt so wie ein riesiger Basar und man braucht echt Zeit und Geduld, damit man dort was gutes findet. Es ist immer noch so seltsam. 30°C und Weihnachtsdekoration. Die Leute drehen hier wegen Weihnachten eh total durch. Jeder wünscht dir jetzt schon schöne Weihnachten und überall sieht man Menschen mit Weihnachtsmütze. Es ist so das komplette Gegenteil zu zuhause, denn wir würden jetzt eingekuschelt im Bett liegen und nicht draußen irgendwo fröhlich herumhüpfen. Ich weiß nicht, wie viel wir heute gelaufen sind. Ich weiß nur, dass ich keine Chucks mehr ohne Socken anziehen werde, denn ich habe so Blasen an den Füßen. Am Abend habe ich dann endlich mal wieder mit meinen Eltern telefoniert und mit Tabea! Ich habe mich so riesig gefreut, dass es geklappt hat. Ich bin einfach so dankbar, dass ich so eine Freundin habe und das habe ich hier so richtig zu schätzen gelernt. Ganz viel Liebe an dich!

Auch wenn diese Woche nicht so spannend war, musste ich dir doch einfach erzählen was passiert ist. Aber muss denn jede Woche spannend sein? Muss dieses Jahr, das beste deines Lebens werden? Man bekommt so oft erzählt, dass das dein Jahr wird, aber danach lebt man doch trotzdem weiter. Man sollte einfach so leben, dass man jeden Tag genießt und versucht aus jedem Tag das beste zu machen. Klar ist das nicht immer möglich, aber das ist auch ok. Es muss nicht das Jahr deines Lebens werden. Es ist ein Jahr und es kommt darauf an, was man daraus macht. Was ich machen werde, das weiß ich noch nicht. Ich weiß noch nicht wann ich nach Hause fliege, wann ich endlich reisen werde, ob ich noch andere Länder sehen werde. Aber genau das ist doch das Schöne! Man kann es selbst entscheiden und hat es selbst in der Hand. Ich bin gespannt wie ich mich entscheiden werde. Jetzt werde ich erstmal meine letzte Woche ohne Jakob genießen, dann die Zeit mit meiner Familie und mit ihm und dann werden wir sehen, was kommen wird.

Bis nächste Woche!

Lara

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s