Goodbye #16

Montag, 01.01.18

Happy New Year! 

Heute waren wir nochmal in St. Kilda und sind ein bisschen durch die Straßen gelaufen. Wir haben eigentlich genau das gemacht wie Jakob und ich vor zwei Wochen. Es ist komisch, dass er jetzt nicht mehr da ist. Wer erfindet denn jetzt komische Berufe? Da heute gutes Wetter war, waren wir danach noch am Strand und haben uns ein wenig gesonnt. Ich weiß nicht, ob es an Melbourne liegt oder nicht, aber irgendwie bekomme ich hier keine Sonnenbrand. Nach unserem Sonnenbad haben wir uns auf den Weg nach Phillip Island gemacht, denn wir haben beschlossen die letzten Tage doch nicht in Sydney zu verbringen, sondern lieber in der Natur. Der Weg dorthin war so schön! Links und rechts einfach das Meer. Übernachten werden wir heute an einem wunderschönen Surferstrand.

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Dienstag, 02.01.18

Das erste Bild zeigt den Platz, wo wir übernachtet haben. Wunderschön oder? Kann man so etwas mit irgendwelchen Worten beschreiben? Heute konnte ich leider nicht so gut schlafen. Woran das liegt, das weiß ich. Ich habe Angst, denn bald bin ich wieder ganz alleine. Jetzt aber schnell weg mit den bösen Gedanken. Am Morgen war ich dann erstmal alleine am Strand spazieren und habe ein bisschen Sport gemacht, da meine Eltern und Alina noch geschlafen haben. Nach dem Frühstück haben wir nochmal zusammen einen Beach Walk gemacht. Das Wetter war heute echt perfekt. Nachmittags sind wir dann in einen Nationalpark gefahren und haben wieder Koalas, Wallabys und ganz viele verschiedene Vögel gesehen. Am Abend sind wir dann auf einen Campingplatz gefahren. Einen Campingplatz mit Strom zu finden, war schwieriger als erwartet, aber wir haben es geschafft. Der Campingplatz war ein ganz einfacher, aber echt schön. Der perfekte Platz für unsere letzten Tage. Noch eine schlechte Nachricht zum Schluss. Heute morgen hat mir meine Chefin meinen Urlaub versaut, denn ich kann im Januar doch nicht mehr arbeiten. Jetzt heißt es wieder Jobsuche! Yeah.

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Mittwoch, 03.01.18

Heute Morgen haben wir ein bisschen die Insel erkundet. Hier gibt es so schöne Strände und auch das Wetter war heute mal wieder perfekt.  Am Abend haben wir uns dann auf den Weg zur Pinguin Parade gemacht. Wir mussten ewig warten und es war so kalt. Wir haben uns extra dick angezogen und hatten sogar Decken dabei. Anstatt der Pinguine kam dann auf einmal ein Känguru. Es sah so wunderschön aus. Um 10 Uhr hat man dann was im Wasser gesehen. Sie waren so schüchtern, so klein und so süß. Wie sie gewatschelt sind, das kann man sich gar nicht vorstellen. Es war der perfekte Abschluss von einem perfekten Urlaub.

Danke, dass ihr mich hier besucht habt. Danke, dass ihr diese lange Reise auf euch genommen habt. Mehr als 25 Stunden in einem Flugzeug und das nur wegen mir. Danke. Ich hatte so eine schöne Zeit und werde jeden Augenblick vermissen. Ich war überrascht wie gut wir unser Camperleben gemeistert haben. Es hat uns noch enger zusammen gebracht. Ich werde all die Strandspaziergänge vermissen, die Abende, wo wir bei Stadt, Land, Fluss neue Berufe erfunden haben, die Momente, wo wir einfach wegen sinnlosen Sachen gelacht haben, die Faschingslieder von meiner Schwester, die Angst, die wir hatten einfach irgendwo zu campen. Einfach alles. Wir haben in den letzten Tagen so viel erlebt und ihr habt mich einen Teil meiner Reise begleitet. Ihr habt mit mir einen Teil von Australien erkundet. Ich vermisse euch so sehr. Am liebsten würde ich mit euch den Rest von Australien erkunden! Euch nicht mehr um mich zu haben, ist komisch. Aufzuwachen ohne euer „Guten Morgen“ unvorstellbar. Ein Tag ohne Zickenkrieg ist kein richtiger Tag. Ich hatte Angst, dass ich nicht mehr zu euch gehöre. Angst davor, dass ihr mich nicht mehr mögt. Ich habe mir viel zu viele Sorgen gemacht, denn ich weiß, dass sich zwischen uns nie etwas ändern wird. Vielleicht leben wir momentan nicht das gleiche Leben, trotzdem seid ihr immer ein Teil von meinem Leben. Ihr treibt mich an. Ihr gebt mir die Kraft nicht aufzugeben. Ihr seid immer da. Egal ob in schlechten oder guten Zeiten. Ich kann mich immer auf euch verlassen. Ich weiß, dass ihr immer hinter mir steht. Ich weiß, dass ihr auf der einen Seite wollt, dass ich nach Hause komme und auf der anderen Seite wollt ihr auch, dass ich noch etwas von Australien sehe. Ich weiß auch, dass ich noch ein bisschen reisen muss, bevor ich nach Hause komme, aber momentan würde ich einfach gerne bei euch sein. Ich freue mich schon auf euch! Ich freue mich auf den Moment, wenn die Tür aufgeht und ich euch sehe. 

Donnerstag, 04.01.18

Der Tag ist gekommen. Der Tag des Abschiedes. Was mit mir heute los war? Frag mich nicht. Totales Gefühlschaos. Um ehrlich zu sein. Wir haben uns gestritten. Warum? Vielleicht wollte ich den Abschied leichter machen. Vielleicht wollte ich einfach, dass sie sehen, dass ich sie hier brauche. Vielleicht hatte ich einfach Angst. Wir haben unsere Reise dort beendet, wo sie auch angefangen hat. An der Autovermietung. Es war komisch das Wohnmobil abzugeben. Unser Zuhause. Der Tag war total verwirrend für uns alle. Als wir am Flughafen waren, hat mein Papa festgestellt, dass er seinen Geldbeutel im Wohnwagen liegen hat lassen. Ich glaube, dass wir alle nicht so wussten wie wir mit der Situation umgehen sollten. Der Abschied war anders. Denn ich weiß jetzt, dass zwischen uns nie etwas ändern wird. Beim ersten Abschied hatte ich noch Angst, dass sie mich vergessen werden und dass sich unsere Beziehung ändern wird. Jetzt weiß ich, dass wir immer eine Familie bleiben. Egal was passiert. Wir für immer. Mein Flugzeug war leer und ich bin sozusagen Business Class geflogen. Das Opera-House wiederzusehen hat mich glücklich gemacht und auch den Geruch der Blüte zu riechen, weckte in mir Gefühle. Es erinnerte mich an die Zeit, wo ich hier glücklich war. Glücklich alleine. Glücklich mit Jakob. Bei Greg angekommen, wurde ich erstmal von Laura begrüßt. Jetzt werden wir noch ein bisschen an den Strand gehen, denn wir haben uns ziemlich viel zu erzählen.

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Freitag, 05.01.18

Meine To-do-Liste war voll mit Dingen, die ich heute erledigen wollte und ich habe nichts davon gemacht. Ich bin ewig im Bett liegen geblieben und bin im Selbstmitleid ertrunken. Irgendwas fehlt. Nach meinem Frühstück habe ich mich dann auf den Weg nach Dee Why gemacht. Super Idee! Besuchen wir die Orte, an denen ich mit Jakob war. Das ist bestimmt gut gegen Heimweh. Heute habe ich einen wunderschönen Platz gefunden. Ich saß einfach dort auf einem Stein und habe geweint. Ich weiß, dass es nicht das beste war heute etwas alleine zu unternehmen, aber ich wollte es einfach. Ich wollte alleine sein. Ich musste die Dinge, die passiert sind einfach verarbeiten. Als ich wieder zuhause war, wollte ich eigentlich mit Laura zum Strand war aber dann so müde, dass ich mich lieber ins Bett gelegt habe. Liegt bestimmt am Jetlag! Ok, es gibt keinen Zeitunterschied, aber ich liebe es einfach im Bett zu liegen, wenn ich schlecht drauf bin. Abends habe ich mich dann noch mit Antonella getroffen. Wir haben zusammen gekocht und sie hat mich versucht aufzumuntern. Ich weiß, dass es auch wieder besser werden wird.

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Samstag, 06.01.18

Wie auch gestern wollte ich heute nicht aufstehen, dabei wollte ich heute doch mal was machen. Irgendwann saß ich dann auch im Bus auf den Weg nach Central. Bei Praktikawelten angekommen, druckte ich erstmal meine Bewerbungen aus. Danach hatte ich noch ein schönes Gespräch mit einer Mitarbeiterin, die mir Mut machte und mir zeigte, was ich alles noch sehen muss. Sie meinte, dass es immer solche Phasen gibt. Eigentlich weiß ich das auch, aber ich habe keine Ahnung, ob ich diese Phase überstehen werde. Es fehlt einfach etwas. Ich kann meine aktuelle Gefühlslage nicht beschreiben. Es tut einfach weh. Und zwar so richtig. Den Nachmittag verbrachte ich wieder im Bett. Irgendwann machte ich mich dann auf den Weg zum Sport, denn ich fange jetzt mit Freeletics an und bin auf die Ergebnisse gespannt. Jetzt telefoniere ich noch mit meinen Eltern und Jakob. Und weine. Bald wird es besser. Wenn ich einen Job finde, vergeht die Zeit auch schneller. Ich hoffe, dass es bald aufhört.

Sonntag, 07.01.2018

Was kann ich dir heute spannendes erzählen? Nichts. Heute war es so warm, dass man eigentlich nichts machen konnte. Über 35°C. Nach den Frühstück sind Laura und ich nach Curl Curl und haben uns an den Strand gelegt. Lange haben wir es aber nicht ausgehalten, da es einfach zu warm war. Ich hätte nie gedacht, dass das passieren würde. Ich finde es mal zu heiß. Das ist wohl ein Weltwunder. Jetzt sind wir zuhause und warten bis es ein bisschen kühler wird, denn wir wollen zum Sport gehen.

 

Woche #16 hatte viele gute und schlechte Seiten.

Diese Woche musste ich meine Familie  verabschieden. Jetzt weiß ich aber, dass es kein Abschied für immer ist. Hey! Ich sehe sie dieses Jahr wieder. Ich weiß nicht in wie vielen Tagen, Wochen oder Monaten, aber ich weiß, dass ich mich auf zuhause freue.

Es war die Woche, in der mir gekündigt wurde, aber man sollte es immer positiv sehen, denn ich war jeden Tag schlecht drauf wegen meiner Chefin. Diese Zeiten sind jetzt wohl vorbei. Ich kann eigentlich froh sein, denn sie hat mich echt nicht so gerecht behandelt und hat mich oft runtergezogen.

Es war die Woche, wo ich mich von Antonella verabschieden musste. Ich hoffe, dass wir uns bald wiedersehen. In ihr habe ich eine wahre Freundin gefunden. Als ich nach Sydney gekommen bin, hat sie mich gefragt, ob ich alleine bin, denn es ist nicht gut, dass ich nach so einer langen Zeit mit meiner Familie wieder alleine bin. Als ich diese Nachricht gelesen habe, musste ich weinen.

Es war eine Woche voller crazy Laune, voller Heimweh und voller Tränen.

Das heißt wohl, dass die nächste Woche nur besser werden kann. Viellicht werde ich einen Job finden, vielleicht auch nicht. Um einen Job zu finden, müsste ich mich natürlich erstmal irgendwo bewerben. Dafür fehlt mir momentan die Motivation, aber vielleicht kommt diese noch.

Die nächste Woche kann nur spannend werden. Ok, sie kann auch langweilig werden, aber ich werde das beste draus machen. Wenn ich im Bett liegen möchte, dann mache ich das. Wenn ich etwas erleben möchte, dann mache ich das. Wenn ich mich bewerben möchte, dann mache ich das. Ich lasse alles auf mich zukommen, denn ich möchte einfach wieder glücklich werden.

Ich möchte das machen, was mich glücklich macht und das solltest du auch!

xoxo

Lara

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3 Gedanken zu “Goodbye #16

  1. Heike sagt:

    Liebe Lara, es war eine unvergessliche Zeit in Australien, ein Weihnachtsfest der besonderen Art, ein lustiger Silvesterabend. Unsere Zeit im Camper. Wir haben in der kurzen Zeit so viel gesehen und dabei auch meine To-do-Liste (Känguru, Koala, Pinguine) abgearbeitet. Erinnerst du dich, wie lange wir gebraucht haben um das erste Känguru zu sehen. Unvergesslich die Suche auf dem Golfplatz. Deine Angst, nicht mehr dazuzugehören – völlig unbegründet. Es war wie immer, egal ob Du hier bist oder tausende Kilometer weit weg. Du wirst immer ein Teil von uns sein. Für den Rest deiner Reise wünschen wir Dir schönes Wetter (ganz wichtig für dich), interessante Reisebegleiter, gute Freunde, viele tolle Erlebnisse, neue Herausforderungen. Australien ist ein tolles Land und es gibt noch viel zu entdecken. Wir warten gespannt auf deine Berichte und Fotos. Hdgdl xoxo

    Gefällt 1 Person

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