After 1300km #21

 

 

 

Montag, 06.02

Am Morgen wurde ich von der Nachricht: “ Ich sehe dich“ geweckt, denn Judith war über Nacht zu mir ins Hostel gekommen. Um 8 Uhr machten wir uns auf den Weg zur Autovermietung. Im Zug trafen wir Eva, die dritte im Bunde. Als wir unser Auto endlich hatten, ging es erstmal zu Aldi und Coles. Ich glaube ich habe noch nie so viel zu essen gekauft. Von den Reiscrackern hätte ich glaube ich noch mehr kaufen sollen, da das einfach mein Hauptnahrungsmittel ist. Um 2 Uhr machten wir uns endlich auf dem Weg zu unserem ersten Stopp. Pinnacles. Unglaublich schön! Man kann das gar nicht mit Worten beschreiben. Genauso habe ich mir die Westküste vorgestellt. Ich habe mich gefühlt als wäre ich in einer Wüste. Heute übernachten wir auf einem freien Campingplatz, der an einem eingetrockneten See liegt, das schaut richtig schön aus. Der Sonnenuntergang war schonmal wunderschön. Ich bin schon auf den Sternenhimmel gespannt. So richtig realisiert habe ich das alles noch nicht. Es erinnert mich auch sehr an den Road Trip mit meinen Eltern, aber ich weiß, dass ich ihnen das irgendwann mal zeigen kann.

Dienstag, 07.02

Der Sternenhimmel war wunderschön. Ich habe so etwas noch nie gesehen. Leider kann man das nicht mit dem Foto einfangen. Am Morgen war es ganz schön frisch, aber ich konnte nicht ewig im Bett bleiben. Unser erster Stopp war Dongara. Letzte Woche dachte ich, dass das Meer in Cottsloe krass war, aber das hier kann man gar nicht damit vergleichen. Glasklar. Türkis. Einfach atemberaubend. Zweiter Stopp war Geralton. Ein richtig süßes Städtchen. Dort haben wir erstmal zu Mittag gegessen. Man kann es eigentlich nicht glauben, aber wir haben Reis und Nudeln auf den Barbecueplatten gekocht. Ich dachte auch nicht, dass das funktioniert, aber es war richtig gut. Danach haben wir uns noch ein bisschen die Stadt angeschaut und uns dann auf den Weg zum Pink Lake gemacht. Der Pink Lake war zwar schon pink, aber ich habe es mir viel krasser vorgestellt. Jetzt sind wir in unserem Auto und spielen Mensch ärgere dich nicht, da wir uns vor den Fliegen retten mussten. Heute gehen wir sehr früh ins Bett, da morgen um 6 Uhr die Nacht vorbei sein wird.

Mittwoch, 07.02

Schon früh klingelte der Wecker. Am Kalbarri- Nationalpark frühstücken wir erstmal und machten uns dann auf den Weg. Wir entschieden und für The Loop. Ein 10km langer Wanderweg, der an der Spitze des Berges entlangführte. Es war so heiß und die Strecke hatte es ganz schön in sich, denn man musste auch klettern. Eigentlich habe ich gedacht, dass man hier bestimmt Schlangen findet, aber davon haben wir zum Glück keine gesehen. Dafür ein super süßes Känguru. Nach der Wanderung war ich ganz schön fertig, aber trotzdem entschieden wir uns noch dazu den River Trail zu machen. Was wir heute gesehen haben, war wunderschön. Man konnte sich gar nicht satt daran sehen. Nachmittags waren wir in der Stadt und haben uns geduscht. Endlich mal duschen. Duschen konnte man das zwar nicht richtig nennen, aber man hat sich danach schon besser gefühlt. Ich hatte das erste mal wieder Netz. Es ist schon der Wahnsinn wie abhängig man von seinem Handy ist. Schon gruselig. Dafür habe ich aber die Bestätigung für meinen Rückflug bekommen! Irgendwie freue ich mich. Ich habe zwar keine Ahnung was bis dahin noch geschehen wird und ob ich es am Ende noch bereuen werde, aber momentan bin ich glücklich mit meiner Entscheidung. Ich komme nach Hause! Abends waren wir wieder auf einem Campingplatz. Leider waren diesmal wieder so viele Fliegen da. So nervig, aber dafür war der Sternenhimmel umso schöner. Wir lagen in unserem Camper und haben einfach in den Himmel geschaut. Wir denken sogar, dass man von hier die Milchstraße sehen kann, aber sind uns nicht sicher. Es war der perfekte Abschluss eines wunderschönen Tages.

Donnerstag, 08.02

Heute waren wir am Shell Beach. Wie der Name schon sagt, ist der ganze Strand voller Muscheln. Beim ersten Anblick konnte man gar nichts erkennen, da alles so weiß war. Sogar die Kamera konnte keinen Unterschied zwischen Wasser und Strand feststellen. Es war richtig schön! Judith und ich sind dann ein bisschen durchs Wasser gelaufen und haben Bilder gemacht. Danach sind wir nach Denham gefahren und haben uns ein bisschen an das Meer gesetzt. Dort haben wir auch den ganzen Nachmittag verbracht und einfach mal nichts gemacht. Jetzt sind wir auf einem Campingplatz. Leider mussten wir den ersten verlassen, da die Flut gekommen ist. Wir haben so einen krassen Ausblick genau auf das Meer. Vielleicht sehen wir sogar Delfine. Morgen früh möchten die anderen schon um 5 Uhr aufstehen, da wir nach Monkey Mia fahren und uns dort die Delfine anschauen wollen.

Freitag, 09.02

Als der Wecker heute früh klingelte, wäre ich am liebsten noch liegen geblieben. Draußen war es noch dunkel. Als ich mich dann aus dem Bett bewegt hatte, machten wir uns auf den Weg nach Monkey Mia. Dort schauten wir uns drei Delfin-Fütterungen an. Es war so wunderschön! Wirklich atemberaubend. Sie sind so nah hergekommen und man konnte sogar jeden einzelnen Kratzer von ihnen sehen. Der eine Delfin war ziemlich schwer verwundet, da er von einem Hai angegriffen worden ist. Am liebsten hätte ich sie in den Arm genommen. Das frühe Aufstehen hat sich auf jeden Fall gelohnt. Danach legten wir uns noch an den Strand und machten uns Gedanken über morgen, denn Eva möchte gerne einen 4WD ausleihen, aber ich sehe es irgendwie nicht ein wieder einen ganzen Tag im Auto zu sitzen. Ich möchte mal wieder laufen gehen. Momentan fangen die kleinen Problemchen ein bisschen an. Ich finde das irgendwie schade, da ich finde, dass sich jeder ein bisschen zusammenreißen sollte. Am Nachmittag waren wir nochmal in Denham, denn dort hat Judith auch Netz. Ich leider nicht. Es kommt mir so ewig her vor seitdem ich das letzte mal mit jemanden Kontakt hatte. Natürlich wusste ich auf was ich mich einlasse, aber es ist nochmal was anderes, wenn man kein Netz hat und die Menschen, mit denen man schreiben möchte, nicht bei einem sind. Jetzt haben wir uns noch die Little Lagoon angeschaut und machen uns auf den Weg zum nächsten Campingplatz. Es ist schon dunkel und ich fühle mich echt nicht so super wohl, denn links und rechts stehen einfach die Tiere. Hoffentlich schaffen wir es heile zum Campingplatz und ich hoffe, dass ich morgen mal ausschlafen kann. Naja, ausschlafen kann man das zwar auch nicht nennen, aber so bis 7 Uhr wäre schon schön.

Samstag, 10.02

Heute waren wir endlich wieder ein bisschen laufen und zwar in Carnavon. Ich hatte sogar endlich mal wieder Netz! Die Stadt erinnert mich total an den wilden Westen. Nachmittags habe ich mit meiner Familie und Jakob telefoniert. Es ist schon sehr komisch so wenig Kontakt zu haben, aber das wird ja kein Dauerzustand werden. Das Highlight des Tages war definitiv die Pizza! Das zweite warme Essen in dieser Woche. Bei Pizza Hut gibt es zum Glück auch eine glutenfreie Variante. Ein Traum. Wie man auf dem Bild erkennen kann, bin ich ein richtiger Backpacker geworden. Pizza, Adiletten und Socken. Jetzt fahren wir noch zu einem Campingplatz und dann heißt es auch schon Good Night.

Sonntag, 11.02

Wir haben überlebt! Die Nacht war schrecklich. Schrecklich heiß. Liegt das daran, dass wir jetzt so weit oben sind? In der ersten Nacht habe ich noch gefroren und jetzt. Du kannst dir das bestimmt gar nicht vorstellen, aber es war echt schwer zu atmen. Ich habe geschwitzt wie in der Sauna. Richtig eckelig. Nach dem Aufstehen, fuhren wir zu den Blowholes. Leider konnte man nicht so viele sehen, sondern nur eine, da die Wellen zu schwach waren. Es ist aber trotzdem ziemlich beeindruckend, dass so etwas entstehen kann. Jetzt geht es noch ab in einem Nationalpark!

Die erste Woche ist schon vorbei. Puh, das ging ganz schön schnell. Wir haben schon ein ganz schönes Stück geschafft. So schnell wollten wir eigentlich nicht nach oben düsen, aber es kommt halt immer anders als erwartet. Was wir in einer Woche schon erlebt und gesehen haben.

Die ersten Eindrücke waren echt der Wahnsinn. So schön habe ich mir das hier nicht vorgestellt. Es ist hier zwar ganz schön einsam, aber genau das ist mal eine gute Abwechslung zum Trubel in Sydney. Außerdem liebe ich das, denn die Stille erinnert mich total an zuhause.

Zuhause. Bald bin ich wieder da. Wahnsinn wie die Zeit rennt. Ich streiche jeden Tag in meinem Reisetagebuch durch und ich kann das Ende sehen. Ich wusste nicht, ob es besser ist einen Rückflug zu haben oder nicht, aber jetzt weiß ich, dass es besser für mich ist. Ich habe schon so viel geplant, was ich zuhause machen möchte. Auf jeden Fall Judith besuchen! Ich bin auch schon gespannt wie sich alles verändert hat. Wie groß die Nachbarskinder geworden sind und ich möchte endlich den Freund von meiner Schwester kennenlernen. Ich bin schon ein bisschen neidisch auf ihn, denn er darf jetzt an meiner Stelle mit zum Skifahren. Vielleicht sollte ich nächste Woche mal kurz nach Hause fliegen, denn die Sanddünen hier haben mir Lust aufs Skifahren gemacht!

Ich bin froh, dass ich mich dazu entschlossen habe mit Judith zu reisen. In ihr habe ich eine richtig gute Freundin gefunden und ich bin jetzt schon traurig, dass sie in ein paar Wochen schon wieder nach Hause fliegt.

Meine alte Chefin hat gemeint, dass sie uns es nicht zutrauen würde hier zu reisen, denn wir sind einfach nicht taff genug. So ein Schwachsinn! Sie hat keine Ahnung. Ich könnte mich jetzt noch über diesen Satz aufregen. Also wenn ich das hier überlebe, kann ich mich taff genug nennen. Ich würde Western Australia jedem empfehlen, der die Möglichkeit hat. Man kann es eigentlich gar nicht in Worten beschreiben. Hier macht man zwar weniger Party, aber dafür erlebt man viel bessere Dinge. Man sieht Orte, die einem in Erinnerung bleiben werden. Orte, die man nie vergessen wird.

Ich bin schon gespannt, was ich dir nächste Woche erzählen kann.

xoxo

Lara

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