Plötzlich nur noch zu zweit! #22

Montag, 12.02

Was gestern noch passiert ist? Du glaubst es nicht. Als wir in Coral Bay angekommen sind, hat uns Eva gefragt, was denn jetzt unser Plan wäre. Darauf meint Judith, dass sie es ein bisschen schade findet, dass sie sich so ausgrenzt. Dann.. du glaubst es nicht. Ich kann es auch immer noch nicht fassen. Als Antwort kam: ich wollte sowieso aussteigen. Einfach so. Judith und ich waren so platt von der Antwort. Eva ist dann erst mal abgehauen und hat uns alleine gelassen. Am Abend haben wir nochmal versucht mit ihr zu reden, wollten sie sogar nach Broome fahren, aber nein sie bleibt lieber in Coral Bay. Mitten im nirgendwo. Das witzige ist, dass sie gemeint hat, dass sie die Fahrt mit uns schön fand. Warum steigt sie dann aus? Am Morgen war Eva weg. Ohne Tschüss zu sagen. Sehr erwachsen mit 25. Nach dem Frühstück kauften wir uns Schnorchel und testen diese natürlich gleich. Es war richtig schön, aber leider waren die ganzen Korallen schon abgestorben. Zudem war es nicht so sonnig und deshalb konnte man nicht alles so gut sehen. Danach machten wir uns auf den Weg nach Exmouth. Wir dachten eigentlich, dass es eine größere Stadt mit einem Supermarkt ist, aber irgendwie haben wir uns wohl vertan. Netz hatte ich leider auch schon wieder nicht, aber so langsam gewöhnt man sich auch daran und fängt es an zu genießen. Dort angekommen, machten wir noch einen Walk und suchten dann einen Campingplatz. Den ersten Tag zu zweit haben wir überstanden! Und er war richtig schön. Im Gegensatz zu vorher rennt die Zeit jetzt richtig. Mir Eva war es irgendwie immer so träge, aber es war ein Experiment und es hätte auch gut gehen können. Dinge kommen so wie sie kommen sollen. Der Road Trip kann endlich beginnen.

Dienstag, 13.02

Der Tag startete mit einem 3km Walk. Eigentlich dachten wir, dass es eine normale Strecke ist, aber es ging richtig den Berg hoch. Von oben war die Aussicht richtig schön. Danach ging es schnorcheln. Der erste Stopp war Oyster Stacks. Ich habe noch nie so etwas Schönes gesehen. An diesen Spot kann man nur gehen, wenn Flut ist und das ist auch gut so, denn man taucht nur ca. 30 cm über den Riffen. Und sie sind noch bunt! Und die Fische erst! Ich habe noch nie sowas wunderschönes gesehen. Unbeschreiblich. Leider habe ich momentan nur ein Bild, aber ich denke, dass ich sicher noch viele posten werde, hatte nur noch keine Zeit sie zu importieren.Danach waren wir noch am Turkis Bay. Wie der Name schon sagt, ist der Strand türkis. Und zwar richtig türkis. So stellt man sich wohl das Paradies vor! Das Schnorcheln war zwar nicht so gut wie beim ersten Strand, aber dafür war der Strand einfach wunderschön. Beim Duschen haben wir die Deutschen aus Coral Bay wieder gesehen und uns lange mit ihnen unterhalten. Vielleicht treffen wir sie auch morgen im Karijini Nationalpark. Jetzt fahren wir zu dem nächsten Campingplatz. Den Tag heute werde ich nie vergessen! In Sydney hatte ich immer ein bisschen Panik ins Meer zu gehen, da die Wellen meistens echt stark sind, dabei bin ich normalerweise eher #teambeach. Hier habe ich mich wieder in das Meer verliebt! Ja, ich bin verliebt.

Mittwoch, 14.02

Den Valentinstag verbrachten wir schwitzend im Auto. Ja schwitzend, denn bei über 40 C ist es echt kein Spaß Auto zu fahren. Wir sind sogar durch überflutete Gebiete gekommen, aber unsere Sissi (der Name unseres Autos) schafft das alles. Nachmittags kamen wir dann in Tom Price an. Dort waren wir ein bisschen am Handy, denn wir hatten endlich Netz und gingen einkaufen. Jetzt sind wir endlich am Karijini Nationalpark angekommen. Wir sind den ganzen Tag eigentlich nur gefahren und hätten nie gedacht, dass sich die Strecke so ziehen würde. Die Temperaturen sind hier laut der Aussage von der Frau im Informationscenter angenehm, denn sonst ist das Minimum im Sommer 45 C und dieses Jahr ist es das Maximum. Da haben wir ja richtig Glück. Morgen gehen wir endlich wieder wandern! Freue mich schon. Jetzt heißt es erst mal Gute Nacht. Mal schauen, ob wir heute schlafen können.

Donnerstag, 15.02

Heute Morgen ging es los mit der ersten Wanderung. Es war eigentlich schon richtig schön, aber irgendwie konnten wir das heute nicht so richtig genießen, da wir die letzten Tage einfach kaum geschlafen haben und dies macht sich so langsam bemerkbar. Der schönste Walk war Hamersley Gorge, denn man musste durch Wasser laufen und ein bisschen klettern. Es ist hier einfach alles so wunderschön. Jeder Nationalpark ist irgendwie gleich, aber gleichzeitig auch so verschieden. Nachmittags wollten wir eigentlich nur kurz tanken. Aus dem kurz tanken wird in Western Australia aber nichts. Nach 200 km entschieden wir uns dazu, dass wir den Nationalpark beenden und nicht nochmal zurückfahren wie ursprünglich geplant, denn morgen soll auch ein Sturm kommen. In den Sturm sind wir jetzt auf dem Weg nach Port Hedland gekommen, aber es war nicht so schlimm. Port Hedland ist unser letzter Stopp im Norden, denn wir haben uns dazu entschieden nicht ganz bis nach Broome hochzufahren, da wir einfach noch so viele Nationalparks im Süden machen möchten und so auch mehr Zeit dafür haben. Vielleicht können wir dann endlich mal wieder schlafen. Es ist hier zwar echt schön, aber das Wetter macht einen schon ein bisschen fertig. In den letzten Tagen haben wir wieder viele Kilometer zurückgelegt. Das heißt viele Stunden im Auto, aber auch viele schöne Gesprächsthemen. So kann man das hier richtig gut aushalten!

Freitag, 16.02

Die Nacht war so schlimm. Gestern Abend haben wir keinen Rastplatz mehr gefunden, deshalb haben wir auf einem Parkplatz übernachtet. Übernachtet kann man das zwar nicht nennen, da wir alle zwei Stunden aufgewacht sind, da einfach keine Luft mehr da war. Außerdem hat es sich so angefühlt als würden wir auf der Straße schlafen. Wir machten deshalb aus, dass wir einfach während der Fahrt schlafen. Am Morgen duschten wir uns noch in Port Hedland, das hätten wir uns zwar auch sparen können, da man fünf Minuten später wieder in seinem eigenen Saft steht. Unser erster Stopp war Karratha. Dort machten wir eine Pause und mussten mal wieder tanken. Je weiter höher man kommt, desto teurer wird leider auch der Sprit. Am Abend kamen wir wieder in ein Unwetter, deshalb suchten wir uns einen Rastplatz, denn wir wollten erstmal abwarten wie lange es dauert. Wir haben uns in unserem Van gelegt und den Film ‚Wenn du stirbst zieht dein Leben an dir vorbei‘ geschaut. Nach dem Film waren wir erstmal fertig, denn mit so einem Ende hätten wir nicht gerechnet. Es ist schon krass wie schnell alles vorbei sein kann, deshalb sollte man wirklich jeden Tag so leben, als wäre es der letzte. Ich denke, dass das ganz schön schwer ist, aber man kann es einfach mal ausprobieren. Das ist dein Leben und du kannst selber entscheiden, was du damit anfängst. Lass dich nicht unterkriegen, sondern stehe zu dir. Du bist einzigartig und wenn die anderen das nicht verstehen, sind sie es nicht wert. Man sollte immer offen für neue Leute sein und die Vorurteile erstmal zur Seite schieben. Einfach mal etwas Verrücktes ausprobieren, spontan sein und sich einfach wohl fühlen. Ich merke hier jeden Tag, dass es ein Geschenk ist, was ich hier erleben kann. Ich darf das hier alles in vollen Zügen genießen und weiß, dass es wenn es nicht gut laufen würde, Menschen gibt, die immer noch hinter mir stehen würden. Manchmal sitze ich einfach im Auto und muss vor mich hingrinsen. Einfach so, weil ich glücklich bin. Wenn ich ein trauriges Lied höre, denke ich immer an zuhause. Ich hätte nie gedacht, dass ich das alles noch mehr schätzen kann. Ich freue mich jetzt darauf, wenn sich die Tür öffnete. Endlich. Trotzdem bin ich glücklich, auch wenn man manchmal traurig ist, denn ich weiß, dass ich so etwas nie erlebt hätte, wenn ich mich nicht getraut hätte. Ich habe mich getraut diese große Entscheidung zu treffen, obwohl die meisten nicht damit einverstanden waren. Ich habe mich getraut einfach mal was Verrücktes zu machen. Es war ein großer Schritt, der mir im Nachhinein richtig klein vorkommt. Ohne diesen Schritt hätte ich nicht so viele wunderschöne Orte gesehen, so tolle Freundschaften geschlossen, so interessante Gespräche geführt und so viel gelacht. Durch diesen Schritt habe ich gelernt das Leben zu schätzen. Momentan merke ich wie die Zeit rennt, aber das ist ok. Irgendwann ist es immer zu Ende. Ich möchte nur am Ende zurückschauen und sagen können, dass ich alles richtig gemacht habe, dass ich meine letzten Tage so gelebt hätte, als gäbe es keinen nächsten mehr. Der Film war richtig gut und ich würde ihn auf jeden Fall weiterempfehlen. Auf jeden Fall! Ich denke, dass wir heute Nacht sogar mal schlafen können, denn es hat wegen des Regens ein bisschen abgekühlt. Ich bin gespannt!

Samstag, 17.02

Heute ist nichts Spannendes passiert. Außer, dass wir mal ausgeschlafen haben. Nach dem Aufstehen, habe ich noch ein bisschen Sport gemacht und dann ging es auch schon los. Wir fahren momentan fast nur, da wir so schnell wie möglich in den Süden wollen, da dort so viele Nationalparks sind. Auf dem Bild kannst du unsere Autoscheibe sehen, die ein bisschen leiden musste auf der Fahrt. Gerade machen wir einen kleinen Stopp, sind ein bisschen gelaufen und planen nun, was wir im Süden alles sehen wollen. Die Liste ist jetzt schon so voll und ich hoffe, dass wir das alles schaffen, aber eigentlich sollte das kein Problem sein. Momentan ist es ein bisschen doof, dass wir so lange fahren müssen, aber hier liegt auch alles mega weit voneinander entfernt. Eigentlich wollten wir noch in einen Nationalpark, aber dieser war 500km entfernt. Das witzigste vom Tag war definitiv der Alkoholtest von Judith.

Sonntag, 18.02

Endlich! Endlich konnte wir mal wieder schlafen. Ausschlafen. Bis 7 Uhr. Wir haben sogar ein bisschen in der Nacht gefroren, aber alles ist besser als schwitzen. Unser erster Stopp war eine kleine Stadt namens Billabong. Stadt kann man das zwar nicht nennen, da es dort nur eine Tankstelle gibt, aber sie hatten in dieser einen Tankstelle alles. Ein Restaurant, ein Hotel und Hostel und sogar Souvenirs von Billabong. Nachmittags haben wir uns Geraldton angeschaut, dort haben wir auch schon auf der Hinfahrt einen Stopp gemacht, aber uns damals noch nicht alles angeschaut. Es ist eigentlich eine richtig süße Stadt mit viel Kunst. Auf den Bildern siehst du das HMAS SYDNEY Memorial, welches am höchsten Punkt der Stadt steht und an die Opfer des zweiten Weltkrieges gedenkt.  Wir haben nun schon über 4000 km zurückgelegt. Wahnsinn. In zwei Wochen so viele Kilometer. Ich habe nicht damit gerechnet, dass man hier so viel fahren muss, aber wir wissen ja, dass es sich lohnt. Jetzt sitzen wir hier noch am Strand und genießen die Sonne. Es ist zur Abwechslung mal richtig angenehm und der Schweiß fließt einem nicht von der Stirn. So kann man es aushalten! Jetzt sind wir wieder auf dem Campingplatz, wo wir unsere erste Nacht verbracht haben und haben uns bis 10 Uhr mit Deutschen unterhalten, die wir hier kennengelernt haben. Es ist echt mal schön wieder ein paar Leute zu treffen, denn irgendwie waren wir auf den meisten Campingplätzen alleine.

Woche 22 ist nun auch schon vorbei! Die Zeit rennt. Diese Woche war echt anstrengend und ich bin froh, dass Judith und ich alles gemeistert haben. Trotz wenig Schlaf haben wir uns zusammengerissen, Ängste besiegt und hatten super viel Spaß.

Nächste Woche haben wir eine neue Reisebegleitung. Ich bin schon gespannt wie es werden wird und hoffe, dass diesmal alles klappt.

Was ich diese Woche gelernt habe: man ist in keinem Alter erwachsen. Klar finde ich es jetzt ohne Eva besser, da muss ich ganz ehrlich sein, aber trotzdem ist man doch ein bisschen enttäuscht. Was mich am meisten aufregt, dass sie sich nicht verabschiedet hat und dann möchte sie auch noch, dass ich ihr die Fotos schicke, die ich über den Zeitraum gemacht habe. Um ehrlich zu sein, ich denke nicht, dass ich ihr sie schicken werde. Klar ist das gemein, aber momentan sehe ich das noch nicht ein. Wir durften zum Beispiel auch nicht ihren Hotspot verwenden und dann kann sie nicht so etwas von mir erwarten. Vielleicht wenn sie sich wie ein normaler Mensch verabschiedet hätte. Ich meine: sie ist 25. Sie ist zwar fünf Jahre älter als ich, aber das heißt nicht, dass sie mich so behandeln kann wie ein Kind. Als wir mal mit ihr Mensch ärgere dich nicht gespielt haben, kam ich mir vor als würde sie mir einen von ihren Kindern spielen, denn sie ist Kindergärtnerin. Ok, vielleicht übertreibe ich das alles auch ein bisschen und es muss erstmal ein bisschen Gras über die Sache wachsen.

So jetzt schnell weg mit den bösen Gedanken, denn die haben hier nichts zu suchen!

Ich hoffe, dass du eine schöne Woche hattest.

Bis bald

Lara

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