Perth to Albany #23

Montag, 19.02

Am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Perth. Die letzten Meter hatten wir ein paar Probleme, da meine Navigationskünste in der Stadt nicht die Besten sind. Es gibt einfach zu viele Straßen und Tunnel. Oder ich bin einfach zu blond. Als wir dann endlich in Cottesloe angekommen waren, lernten wir unsere neue Reisebegleitung, Jade, kennen. Der erste Eindruck war beängstigend, denn sie ist so gut gekleidet und ich fühle mich neben ihr einfach nur ranzig. Also sie ist definitiv kein richtiger Backpacker, aber super lieb. Sie wohnt direkt in Paris, was natürlich super praktisch ist, denn so hat man zukünftig eine Anlaufstelle. Mit ihr machten wir uns dann auf den Weg zu einem Shoppingcenter, denn unser Großeinkauf stand an. Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie viele Reiscracker wir gekauft haben. Die besten Reiscracker gibt es definitiv bei Aldi und ich versuche natürlich welche mit nach Hause zu nehmen. Ich habe Judith nämlich auf den Geschmack gebracht und jetzt sind wir sozusagen süchtig. Wir sind dann noch ca. zwei Stunden mit dem Auto gefahren und stehen jetzt auf dem verlassensten Campingplatz, den man sich vorstellen kann. Mitten im nirgendwo. Hier ist die Landschaft so komplett anders. Alles hier erinnert mich an zuhause, weil auch alles so bunt ist. Der erste Tag ist schon vorbei und ich bin gespannt, ob wir mit Jade besser zurechtkommen werden, aber ich bin positiv gestimmt. Oder besser gesagt, ob Jade mit uns besser zurecht kommt.

 

Dienstag, 20.02

Erst um 8 Uhr war für uns die Nacht vorbei. Um 8 Uhr. Unvorstellbar. Ich habe keine Ahnung, wann ich das letzte mal so lange geschlafen habe, aber dadurch, dass heute keine Sonne scheint, konnte diese uns auch nicht wecken. Gefrühstückt haben wir in Hyden, denn heute stand die Welle auch Wave Rock auf dem Programm. Um ehrlich zu sein, war ich ein bisschen enttäuscht, denn irgendwie habe ich mir die Welle anders vorgestellt. Vielleicht lag es auch am Wetter, aber irgendwie sah die ganze Landschaft so tod aus. Nachdem wir die typischen Touristen-Bilder gemacht hatten, haben wir noch ein paar Walks gemacht, aber irgendwie auch nichts Richtiges. Aber Hauptsache wir haben uns ein bisschen bewegt. Als wir abends auf dem Campingplatz ankamen, fing es an zu regnen. Eigentlich darf ich mich ja nicht beschweren, aber Regen wäre wirklich nicht nötig gewesen. Jetzt liegen wir eingekuschelt in unseren Schlafsäcken in unserem Van. Judith und ich haben letzte Woche noch Scherze gemacht, dass wir im Süden bestimmt frieren werden, aber mit so einem Temperaturunterschied hätte ich wirklich nicht gerechnet. Jetzt machen wir einfach das Beste draus, denn wie sagt man immer: es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung!

Mittwoch, 21.02

Vom Regen geweckt zu werden, das hatte ich auch schon lange nicht mehr. Nach weiteren zwei Stunden Fahrt kamen wir endlich in Esperance an. Das Wetter war zwar immer noch nicht das Beste, aber trotzdem wollten wir ein bisschen wandern gehen. Wir machten einen Beach Walk vorbei an Heaven Bay und Twilight Beach. Es war echt komisch mal wieder einen Beach Walk zu machen, denn das letzte mal war in Sydney. Ich habe heute aber gemerkt, dass es die richtige Entscheidung war. Als ich damals in Melbourne war, habe ich Sydney ein bisschen vermisst. Jetzt weiß ich, dass ich Sydney abgehakt habe. Das nächste mal wenn ich dort sein werde, werde ich nach Hause fliegen. In Sydney habe ich so viel gelernt und ich bin froh, dass ich der Stadt damals noch eine Chance gegeben habe. Hört sich zwar komisch an, aber so ist es. Am Abend kamen wir dann am Campingplatz an, der genau am Lucky Bay liegt. Bei gutem Wetter bestimmt traumhaft schön. Wir haben noch kurz die Kängurus am Strand besucht, aber es ist momentan einfach zu kalt. Jetzt sitzen wir hier in der Küche und unterhalten uns mit einem australischen Pärchen. Die beiden sind auch die einzig englischsprachigen hier, denn der Rest ist komischerweise deutsch. Viele Familien und ältere Leute. Ich finde es echt klasse, dass sich manche nochmal trauen so ein Abenteuer auf sich zu nehmen und einfach für ein paar Monate Australien bereisen. Vielleicht werde ich das auch nochmal machen, aber erstmal möchte ich andere wunderschöne Plätze entdecken, denn hier ist mir aufgefallen, dass ich in Europa noch gar nicht so herumgekommen bin, was eigentlich schon ein bisschen traurig ist.

Donnerstag, 22.02

Ich habe mich so auf heute gefreut, denn wir hatten ein paar Touren geplant. Leider schien das ganze aber ins Wasser zu fallen. Trotzdem machten wir uns auf den Weg und siehe da nach einer Zeit kam die Sonne raus. Als erstes waren wir am Lucky Bay. Diesen Strand kann man gar nicht mit Worten beschreiben. Der Strand schaut aus wie Schnee und das Wasser ist paradiesisch blau. Schon während dem Laufen, merkte ich, dass die Sonne immer stärker wurde. Der Blick in den Spiegel bestätigte das dann. Mein Gesicht ist so rot, so angeschwollen und tut so weh. Mit so einem Wetter haben wir heute morgen aber einfach nicht rechnen können. Lucky Bay ist auf jeden Fall einer meiner Favoriten und ein absolutes Highlight. Jetzt sind wir in Esperance und schlendern ein bisschen durch die Straßen. Es war so komisch, denn als wir am Auto standen, ist jemand vorbei gefahren, der meinen Namen gerufen hat. Ich hab zwar keine Ahnung wer es war, aber vielleicht finde ich es noch heraus.

Freitag, 23.03

Als wir auf dem Campingplatz aufwachten, waren wir ziemlich erstaunt, denn es waren einfach so unglaublich viele Leute da, die meisten kannten wir schon von gestern. Nachdem wir uns fertig gemacht hatten, ging es los. Fitzgerald River Nationalpark Park, war unser erster Stopp. Ich denke bei Sonnenschein ist diese Landschaft noch tausend mal schöner. Es war alles ziemlich beeindruckend. Das beste vom Tag war der Walk am East Bounne Mountain, denn man musste wirklich den Berg hochkraxeln. Die Aussicht von dort oben war richtig schön. Als es dann anfing zu regen, fuhren wir nach Hopetuen, denn wir haben den Tipp bekommen, dass es eine schöne Stadt sein soll. Um ehrlich zu sein, schön war sie nicht, aber wir waren dort. Jetzt fahren wir bei strömendem Regen Richtung Albany, denn dort müssen wir morgen Jade absetzten. Wahnsinn wie schnell die Zeit verflogen ist! Es wird so komisch nicht mehr englisch zu reden, denn nach ein paar Stunden hat man sich schon daran gewöhnt. Nach meiner Reise möchte ich auf jeden Fall etwas machen, wo ich nur englisch reden muss. Ich habe schon mit ein paar Farmen geschrieben, weiß aber noch nicht sicher, ob ich ihnen nochmal eine Chance geben soll, denn die letzte Farm war nicht so toll. Trotzdem habe ich viel auf der Farm gelernt und ich denke, dass ich es einfach nochmal ausprobieren werde. Einfach so. Einfach mal ein Risiko eingehen.

Samstag, 24.02

Am Morgen wurden wir von einem wunderschönen Sonnenaufgang aufgeweckt. Leider konnten wir diesen nicht richtig genießen, da Jade um 10 Uhr in Albany sein musste. Albany ist mal wirklich eine größere Stadt. Sogar mir mit Einkaufszentrum. Nachdem wir uns von Jade verabschiedet hatten, machten wir einen kleinen Shoppingtrip. Und unseren letzten Einkauf für diese Reise. Wahnsinn wie schnell die Zeit vergeht. Am Mittag wurde es dann wieder sportlich. Wir schauten uns The Gap & Natural Bridge an, was mich ein bisschen an die Great Ocean Road erinnert hat. Hier gab es auch Blowholes, aber leider war der Seegang zu schwach. Nachmittags machten wir den Bald Head Walk. Diese Woche sind wir ganz schön viel gelaufen. Endlich, denn nach so langen Autofahrten ist das das Beste. Ich liebe es einfach. Die Natur ist hier einfach unbeschreiblich schön und so verschieden. Jetzt sitzen wir gerade im Auto und essen Fish and Chips. Wir sind halt richtige Backpacker. Jade meinte gestern, dass sie keine vier Wochen campen könnte. Irgendwie gewöhnt man sich total daran und ich denke, dass ich es auch richtig vermissen werde. Ich glaube, dass niemand gedacht hätte, dass ich mal ein Camper werde. Selbst ich hätte das nicht gedacht, aber es kommt halt auf die Leute an mit denen man reist. Wir haben immer so viel Spaß und natürlich zickt man sich mal an, aber ohne Zickereien wäre es doch auch langweilig.

Sonntag, 25.02

Den Weg zum West Cape Howe Nationalpark zu finden, was schwieriger als erwartet. Als wir dort waren, machten wir wieder eine kleine Wanderung, aber um ehrlich zu sein, machten wir nicht den ganzen Walk, denn überall raschelte es. Wir sind jetzt drei Wochen lang keiner Schlange begegnet und das wollten wir auch nicht unbedingt riskieren. Heute war endlich mal wieder gutes Wetter und wir konnten uns an den Shelley Beach legen. Es hat mal wieder gut getan ein bisschen Sonne zu tanken. Nachmittags waren wir noch auf dem Mount Adelaide und haben abends am Strand gekocht. Die Gegend hier gefällt mir richtig gut, denn alles ist so schön grün. An dem Strand gab es sogar eine Quelle mir Bergwasser. In Albany haben wir Trinkwasser abgefüllt, was man wirklich nicht trinken sollte. Das Quellwasser schmeckt dagegen tausendmal besser. Morgen geht es weiter Richtung Denmark. Ich freue mich schon richtig auf die nächsten Tage, denn wir haben viele schöne Dinge geplant.

Woche drei unseres Roadtrips ist nun vorbei und damit auch Woche 23.

Die Woche war eine richtig gute Woche. Unser Experiment mit Jade ist geglückt und wir hatten viel Spaß zusammen. Wir sind viel gewandert, haben viel gefroren, hatten viele schöne Gespräche (diesmal auf Englisch), waren an so unglaublich schönen Orten, haben über 60 km zu Fuß zurückgelegt und mit dem Auto schon 7500 km.

Ich habe momentan das Gefühl, dass ich nur Erlebniserzählungen schreibe, aber was soll ich anderes machen. Das hier ist ein Erlebnis.

Der Roadtrip neigt sich so langsam dem Ende und ich habe keine Ahnung, was ich danach machen werde. Ob ich einen Job finde oder auf eine Farm gehe. Ob ich reisen werde oder arbeiten. Ich versuche die „Realität“ noch ein bisschen zu verdrängen und die Zeit zu genießen.

Judith ist in einem Monat schon zuhause und ich habe Panik, dass ich nicht mehr so einen guten Travelmate wie sie finden werde. Für die Ostküste habe ich nämlich noch keinen Plan. Also, wenn du Lust hast mit mir die Ostküste zu bereisen, kannst du dich gerne melden!

Irgendwie wäre ich auch gerne in einem Monat schon zuhause. Manchmal wünsche ich mir das, aber ich habe meine Entscheidung schon gefällt und muss damit auch leben! Außerdem möchte ich noch ein bisschen reisen. Meine nächste Reise ist auf jeden Fall schon geplant.

xoxo

Lara

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3 Gedanken zu “Perth to Albany #23

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