Auswandern? #24

Montag, 26.02

Ein typischer Montag! Keine Ahnung, was heute los war, aber irgendwie waren wir total unmotiviert. Ob es am Wetter lag, an zu wenig Schlaf oder weil es einfach zu kalt ist. Keine Ahnung. Zuerst waren wir in Denmark. Mein erstes Mal in Denmark und es war das australische. Schon ein bisschen traurig. Dort haben wir die Green Pools und die Elephant Rocks besichtigt. Die Steine sahen sogar wirklich ein bisschen aus wie Elefanten. Es war zwar richtig schön, aber irgendwie merkt man, dass man schon so lange reist. Rainer, den wir in Exmouth kennengelernt haben, hat uns gesagt, dass man nach einer Zeit das alles nicht mehr so schätzt. Klar war es wunderschön, aber es war halt auch nur ein Strand. Wäre besseres Wetter gewesen, wäre ich auf jeden Fall geschwommen. Es sah richtig einladend aus. Danach saßen wir erstmal ewig im Auto und wärmten uns auf. Irgendwann haben wir uns doch motiviert und haben den Giant Tree Top Walk gemacht. Es war bis zu 40 Meter hoch und ich bin mega stolz auf Judith, die das nur wegen mir gemacht hat, denn die Höhe ist nicht so ihrs. Von dort oben hatte man eine so schöne Aussicht, aber richtig genießen konnte man es nicht, da alles gewackelt hat. Ja, es war mir sogar ein bisschen zu hoch.

Dienstag, 27.02

Die Motivation war immer noch nicht so ganz da, aber trotzdem fuhren wir in einen Nationalpark und machten einen 10 km Loop. Es ging hoch und runter und man konnte die Jacke an und wieder ausziehen. Auf der Hälfte des Weges geschah es dann. Meine zweite Schlange! Ich wollte eigentlich mal nachschauen, ob sie giftig war, aber irgendwie vergesse ich das immer. Tja nun standen wir dort. Nach ca. 5 km. Nun die Frage: zurücklaufen oder weiterlaufen. Wir entschieden uns für weiterlaufen, was nicht die beste Idee war, denn die nächsten Meter war ein sehr bewachsener Weg. Also kannst du dir das ungefähr so vorstellen: zwei Mädels, alleine im Wald, laufen trampelnd und klatschend durch die Gegend. Sowas sollte eigentlich im Fernsehen gezeigt werden. Ich war noch nie so froh unsere Sissi wiederzusehen! Wir haben es überlebt. Jetzt stehen wir auf einem Campingplatz im Wald und es ist richtig kalt. Manchmal wünsche ich mir die heißen Nächte zurück.

Mittwoch, 28.02

Heute Morgen weckte ich Judith, denn mir war einfach zu kalt. Ich schlug ihr vor, dass wir nach Margaret River fahren und die Heizung anmachen. Gesagt getan! Es tat so gut. Diese Heizungsluft. In dem Moment war das wirklich ein Traum. In Margaret River setzten wir uns in ein Café und schlenderten noch ein wenig durch die Stadt. Der zweite Stopp war Augusta. Dort schauten wir uns den Leuchtturm an und machten zwei Walks. Im Visitor Center hat man uns gesagt, dass wir vielleicht Delfine sehen werden und wir hatten echt Glück. Delfine. So wunderschöne Tiere! Da in Augusta eine richtig schöne Picknick-Ecke war, entschieden wir uns etwas zum Grillen zu kaufen. Als wir im IGA waren, sprach uns plötzlich ein Mann mit fränkischen Dialekt an, der dort arbeitete. Er kommt aus Würzburg und ist vor 35 Jahren ausgewandert und zwar wegen einer Frau. Seiner Frau. Man hat richtig gemerkt, wie er seine Heimat vermisst. Er hat uns erzählt, dass Australien nicht der perfekte Ort ist um alt zu werden, da alles ziemlich teuer ist. Außerdem hat er uns geraten niemals auszuwandern. Wir haben uns ewig lange mit ihm unterhalten und am Ende hat er uns sogar einen Osterhasen geschenkt. Wie lieb! Wir haben uns wie zwei kleine Mädchen darüber gefreut. Als wir am Strand gegrillt haben, hat uns Eddy angesprochen und gefragt, wo wir denn heute Nacht übernachten werden. Eigentlich wollten wir auf einen bezahlten Campingplatz. Naja, wollten ist übertrieben, es ist halt der einzige Platz, der bezahlbar wäre. Deswegen lud er uns zu sich ein. Wir hatten zwar nicht das beste Gefühl bei einem Fremden zu übernachten, aber in unserem Auto sind wir sicher. In seiner Garage ist es perfekt. Kein Wind und Blick aufs Meer. Jetzt sitzen wir noch mit Eddy draußen. Er erinnert mich ein bisschen an Greg, denn er ist auch schon ziemlich gut dabei und super nett. Jetzt heißt es erstmal gute Nacht. Hoffentlich wird es heute mal wärmer!

Donnerstag, 01.03

Es ist schon März? Bald ist unser Road Trip also zu Ende. Wie ich es vermissen werde! Als ich heute morgen aufwachte, fühlte ich mich wie neu geboren. Ich habe schon lange nicht mehr so gut geschlafen. Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zur Mammoth Cave. In der Höhle war es zwar ultra kalt, aber unglaublich schön. Es ist schon faszinierend, was die Natur alles zaubern kann. Wir haben dort eine Tour gemacht und danach noch einen kleinen Walk. Am Nachmittag sind wir zum Campingplatz gefahren und haben uns dort an den Strand gelegt. Hier gibt es auch Delfine! So langsam wird es zur Normalität. Nein, Quatsch. Sowas wird nie Normalität. Heute haben wir endlich mal den Sonnenuntergang am Strand angeschaut. So richtig romantisch. Was nicht so romantisch war: Ich wurde schon wieder von einer Biene gestochen. Ich wurde in Deutschland noch nie von einer Biene gestochen und hier schon zwei Mal. Meine Hand ist jetzt komplett angeschwollen und ich kann sie nicht mehr bewegen. So etwas hatte ich auch noch nie. Bin mal gespannt wie es morgen aussieht.

Freitag, 02.03

Am Morgen entschieden wir uns dazu noch eine Nacht länger auf dem Campingplatz zu bleiben. Als wir das dann aber buchen wollten, kam die Enttäuschung. Die Australier haben am Montag einen Feiertag und deshalb sind alle Campingplätze ausgebucht. Schade. In Dunsborough informierten wir uns zuerst, wo die besten Laufstrecken sind und entschieden uns dann für einen Beachwalk. Ich denke, dass es sogar der letzte gemeinsame gewesen sein wird. Man konnte endlich mal wieder Sonne tanken und ich ärgerte mich ein bisschen, dass ich nicht meinen Bikini eingepackt hatte. Nachmittags waren wir bei McDonalds um ein bisschen freies WLAN zu schnorren, da wir abends immer gerne Filme schauen. Dort bestellte ich mir erstmal Eis für meine Hand, die leider immer noch nicht besser geworden ist. Man sieht keinen einzelnen Knöchel mehr und es spannt richtig. Jetzt liegen wir in unserem Van und schauen einen Film. Die letzten Tage haben wir auch schon durchgeplant. Bald heißt es wieder: Hallo „Leben“! Ich hoffe, dass sich im Laufe der nächsten Woche irgendwas ergibt, wo ich die nächsten drei Wochen bleiben kann. So langsam kann man die Sorgen nicht mehr ausschalten, aber irgendwie wird das schon werden.

Samstag, 03.03

Am Morgen schauten wir uns die kleine Stadt Busselton an, die richtig schön ist. Was uns hier nur aufgefallen ist, dass die Leute extrem unfreundlich sind. Ich verstehe, wenn man Menschen anhubt, die erst bei rot anfangen zu laufen, aber warum hubt man, wenn die Fußgänger grün haben? In Busselton gab es endlich auch mal einen ALDI. Also wurden wieder Reiscracker eingekauft. Nachmittags fuhren wir zum Wellington Nationalpark. Es war mal wieder ein Bushwalk, den ich zum Teil alleine machte, denn für Judiths Geschmack raschelte es ein bisschen zu viel. Man hat immer ein bisschen Panik einer Schlange zu begegnen, das kann man leider auch nicht abschalten. In dem Nationalpark gab es noch verschiedene Pools, die wir uns anschauten. Am Honeymoon Pool hätte ich am liebsten gecampt, aber leider war der Campingplatz schon voll. So ein Pech! Jetzt sind wir auf dem McDonalds Parkplatz, da wir mit zuhause telefonieren wollen. Leider ist das WLAN hier echt schlecht. Das letzte Mal richtig Kontakt hatten wir in der ersten Woche unserer Reise. Schon komisch.

Sonntag, 04.03

Heute war ein richtig entspannter Sonntag. Wir sind zum Black Diamond Lake gefahren und haben einfach mal nur das gute Wetter genossen. Der See hat schon eine sehr ungewöhnliche Farbe und ich kann verstehen, warum er so gut besucht ist. Ich würde am liebsten auch jedes Wochenende dort hinfahren. Es war der perfekte Abschluss für diese Woche. Jetzt sind wir auf dem Weg zum Campingplatz, denn heute müssen wir mal wieder früher ins Bett, da wir morgen sehr früh aufstehen müssen. Ich freue mich schon, wenn ich dir nächste Woche davon erzählen kann.

Das war es wohl. Die letzte ganze Woche unserer Reise ist vorbei. Fast vier Wochen sind wir jetzt schon unterwegs. Die nächste Woche werde ich noch mit Judith verbringen und mich überall bewerben. Dann bin ich erstmal wieder alleine. Ich habe keine Ahnung was kommen wird. Keinen Plan. Ich weiß nur, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert und dass ich nie aufgeben darf.

Diese Woche hat ohne Motivation angefangen und ist zu einer richtigen schönen Woche geworden. Es ist vollkommen ok mal keine Lust zu haben, das ist total normal. Irgendwann kommt die Motivation schon wieder. Mit guter Musik und wenn man sich gegenseitig aufmuntert. Ich weiß nicht, ob ich diese Woche ein bisschen traurig war. Ja, ich glaube schon. Warum? Puh, das habe ich um ehrlich zu sein noch nicht so ganz herausgefunden.

Diese Woche waren wir in ziemlich großen Städten – das komplette Gegenteil zu den ersten Wochen. So viele Autos. So viele Menschen. Es ist Wahnsinn wie sich die Landschaft von Kilometer zu Kilometer verändern kann. Im Nordwesten war alles kahl, ganz viel Sand und wenig grün. Momentan sind wir in einer Weinregion. Überall sind Weinberge. Es erinnert mich an zuhause. An Würzburg. Hier hat man richtig zu schätzen gelernt wie schön die eigene Heimat doch ist. Wir können uns richtig glücklich schätzen in so einer schönen Stadt zu wohnen.

Ich freue mich schon auf morgen, denn für das Ende unserer Reise haben wir uns etwas ganz Besonderes ausgedacht.

xoxo

Lara

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