Dolphin Cruise #25

Montag, 05.03

Um 6 Uhr startete unsere letzte gemeinsame Woche. Die letzte.  Als wir in Rockingham ankamen, waren wir schon ziemlich nervös, denn heute sollten wir endlich mit Delfinen schwimmen. Um 8 Uhr startete das Boot. Die Stimmung war am Anfang richtig toll. Jeder freute sich auf einen perfekten Tag. Schon nach einer halben Stunde entdeckten wir die ersten Delfine, diese wollten aber nicht mit uns schwimmen. Genau aus diesem Grund haben wir uns auch für Rockingham Wild Encounters entschieden, denn sie lassen die Delfine in ihrer natürlichen Umgebung und zwingen sie auch nicht. Als wir nach zwei Stunden immer noch keine Delfine gefunden hatten, gaben Judith und ich schon fast auf. Doch plötzlich waren sie da. Nicht nur einer. Nein, es waren bestimmt zehn Stück und sogar ein Baby. Als wir im Wasser waren, waren sie plötzlich überall. Es war so unbeschreiblich schön. Alleine schon die Delfin-Geräusche zu hören. Sie waren so nah und man fühlte sich wie ein Teil von ihnen. Wie sie sich freuten. Angst hatte ich nicht. Es sind zwar riesige Tiere und natürlich kann immer was passieren, aber ich fühlte mich einfach wohl. Als wir aus dem Wasser kamen, hatte jeder ein Strahlen im Gesicht. Ich weiß gar nicht, was mich glücklicher gemacht hat. Das Strahlen der Leute oder die Delfine. Wie ein Tier einen Menschen so verzaubern kann, ist schon der Wahnsinn. Ich bin auf jeden Fall verzaubert. Was das Beste war: als wir mit dem Boot zurückgefahren sind, sind die Delfine uns gefolgt und haben eine richtige Show veranstaltet. Sie sind durch die Wellen des Bootes gesprungen, haben sozusagen getanzt. Es war so wunderschön. Man kann es wirklich nicht in Worte beschreiben. Es war der perfekte Abschluss  einer perfekten Reise. Abends sind wir nach Perth gefahren, denn unser Couchsurfer meinte, dass wir auch schon heute kommen können. Als wir ankamen, wurden wir mit einem eigenen Zimmer und Essen begrüßt. Er hat das beste Schokomousse gemacht, das ich je gegessen habe.

fullsizeoutput_169b

fullsizeoutput_169c

fullsizeoutput_169e

Dienstag, 06.03

Die erste Nacht in einem richtigen Bett. Ich werde unsere Sissi schon vermissen. Nach dem Frühstück mussten wir das Auto sauber machen. Es sah ungefähr so aus wie in den Filmen. Zwei Mädchen, ein Wasserschlauch und ein Auto. Ungefähr so. Als wir das Auto abgegeben hatten, war es erstmal ein total komisches Gefühl. Wie sollten wir denn jetzt von A nach B kommen. Ein Auto ist echt praktisch. Trotzdem bereue ich es nicht, mir keins gekauft zu haben, denn schon alleine bei unserem Auto habe ich gemerkt, dass es besser ist, wenn man sich nur ein Auto leiht. Wir hatten am Ende drei Steinschläge. Hätte ich das Auto verkaufen müssen, hätte es natürlich an Wert verloren. Nachmittags erkundeten wir die Stadt, gingen ein bisschen shoppen und genossen das gute Wetter. Was ich dir noch nicht erzählt habe: ich werde am Sonntag auf eine Farm gehen. Heute Morgen habe ich mit dem Farmer telefoniert und es hat sich alles gut angehört. Vor allem der Teil, dass seine Frau Köchin in einem glutenfreien Restaurant ist. Wie perfekt ist das denn! Bin mal gespannt wie es wird und wie lange ich es diesmal aushalten werde. Das gute ist, dass ich jetzt wenigstens einen Plan habe und nicht heulend im Hostel sitzen werde, wenn Judith mich verlässt.

Mittwoch, 07.03

Heute sind wir wieder extrem viel gelaufen, waren im Kings Park, haben Rottnest Island gebucht und haben einfach mal entspannt. Unser Couchsurfer war ein richtiger Glücksgriff, denn er hat uns seitdem wir hier sind immer Essen gekocht. Richtig lecker und sogar gesund. Ist mal was ganz neues so viel Gewürze und so viel Schärfe. Das ist man nach einem Road Trip gar nicht mehr gewöhnt. Er meinte, dass wir viel zu dünn sind, dafür dass wir schon sechs Monate reisen, denn die meisten Backpacker nehmen zu. Klar nehmen viele zu, aber ich finde, dass man trotzdem auf (gesunde) Ernährung achten und auch Sport machen kann. Ich versuche das zumindest. Mein Körper hat sich natürlich auch verändert. Ich habe viele Muskeln verloren und ich vermisse das Krafttraining richtig. Ich weiß aber auch, dass ich das in Deutschland bin, wieder hinbekommen werde, denn ich versuche meinen Körper hier auch fit zu halten und sozusagen eine gute Basis zu schaffen.

Donnerstag, 08.03

Unser Tag startete in Fremantle, denn von dort ging es ab nach Rottnest Island. Dort angekommen, schnappten wir uns erstmal die Fahrräder und radelten ein bisschen. Ich weiß gar nicht, wann ich das letzte Mal Fahrrad gefahren bin. Schon ca. sechs Monate her. Rottnest Island ist wirklich wunderschön. Von Strand zu Strand wurde es schöner und ich kann mich gar nicht entscheiden, wo es mir am besten gefallen hat. Irgendwann haben wir auch die glücklichsten Tiere der Welt getroffen. Quokkas. Es war so niedlich, denn sie sind so zutraulich. Nach sieben Stunden sonnen, radeln und fotografieren, verließen wir die Insel und machten uns auf den Weg nach Hause. Auch heute hat Glenn, der Couchsurfer, wieder für uns gekocht! Es ist einfach perfekt.

fullsizeoutput_16a1

fullsizeoutput_16a0

fullsizeoutput_16a2

fullsizeoutput_16a3

Freitag, 09.03

Unser letzter gemeinsamer Tag. Morgen ist es wohl wirklich vorbei. Heute hieß es erstmal: ausschlafen. Danach spielten wir ein bisschen mit Buddy, dem Hund von Glenn und machten uns anschließend auf dem Weg nach Cottesloe. Wir hatten nicht den perfekten Tag erwischt um an den Strand zu gehen, denn es war ziemlich windig. Aber das hielt uns nicht davon ab, die Sonne zu genießen. In Cottesloe war eine Kunstausstellung, die wir uns noch anschauten. Es ist echt interessant, was alles Kunst ist. Eigentlich kann man heutzutage alles Kunst nennen. Am Abend holten wir uns Pizza und setzten uns zum Elizabeth Quay. Wir ließen die letzten Wochen nochmal Revue passieren und genossen unseren letzten Abend. Wie schnell können bitte fünf Wochen vergehen?

Samstag, 10.03

Ich begleitete Judith noch ein Stück zum Flughafen und dann hieß es wohl abschied nehmen. So richtig realisiert habe ich das alles noch nicht. Als ich auf dem Weg nach Fremantle war, musste ich ein wenig weinen, aber auch lachen. Judith und ich haben so viel miteinander erlebt und ich bin froh über jeden kleinen Augenblick. Klar ist es schwer Abschied zu nehmen, aber es ist kein Abschied für immer. In Fremantle schlenderte ich durch die Straßen und schaute mir die Stadt an. So richtig motiviert irgendwas zu machen, war ich irgendwie nicht, denn ich bin schon total aufgeregt, da ich morgen auf die Farm gehen werde.

Liebe Judith, 

fünf Wochen sind nun vorbei. Wochen in denen wir unglaublich viel erlebt haben. Ich bin unglaublich froh, dass ich dich damals einfach so gefragt habe, obwohl wir uns überhaupt nicht kannten. Ja, du warst eine Fremde, aber manchmal muss man einfach verrückt sein. Ich bereue diese Entscheidung nicht. Ich bereue keinen Tag dieser fünf Wochen. Ich bin froh, dass du mich auf einem Teil  meiner Reise begleitet hast. Was mich aber noch glücklicher macht, dass ich in dir eine richtig gute Freundin gefunden habe. Ich kann mit dir über alles reden, du verstehst (manchmal) meine komische Art, du musstest mich 24/7 aushalten und bist immer noch da. Ich bin an dieser Reise definitiv gewachsen, habe viel dazugelernt und hatte eine unglaublich schöne Zeit. Jetzt ist es wohl schon vorbei! Ich weiß nicht, wie ich die nächsten Wochen ohne dich aushalten soll. Ich freue mich schon auf unsere gemeinsamen Erlebnisse in Deutschland. Danke, dass du hast mir gezeigt, dass es wahre Freundschaft doch noch gibt. Du hast mir gezeigt, dass es nichts schlechtes ist seine Gefühle zu zeigen und einer Person zu vertrauen. 

Bis Bald! ❤

Sonntag, 11.03

Die erste Hälfte des Tages verbrachte ich in Zug und im Bus. Ich hatte keine Ahnung auf was ich mich eingelassen hatte und konnte deswegen auch nicht so richtig entspannen. In Balingup wurde ich von Tom, dem Farmer und Sarah, einer Deutschen, die hier arbeitet abgeholt. Die Farm ist riesig und richtig schön. Nächste Woche wirst du auf jeden Fall mehr Bilder sehen. Auf den Fotos siehst du meine Wohnung. Meine Erwartungen waren echt niedrig und jetzt das. Ich war total erstaunt, als Tom gesagt hat: ja, das ist dein Reich. Wahnsinn. Bis jetzt gefällt es mir ziemlich gut und ich bin gespannt wie das Arbeiten wird. Jetzt muss ich schnell ins Bett, denn ich muss leider schon um 5 Uhr aufstehen.

So jetzt bist du wieder auf dem neuesten Stand. Diese Woche war ziemlich abwechslungsreich.

Die nächsten Wochen werden harte Arbeit, aber ich weiß für was ich das alles mache.

Ich hoffe du hattest eine schöne Woche!

Gute Nacht!

Deine Lara

Advertisements

Ein Gedanke zu “Dolphin Cruise #25

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s