Next adventure #28

Montag, 26.03

Der Tag startete mit einem Anschiss von Tom, denn er hat gemeint, dass wir den Luftdruck überprüfen sollten. Tja, jetzt ist in dem Hinterreifen keine Luft mehr. Mir war das super peinlich, aber ich hätte niemals damit gerechnet, dass so etwas passieren kann. Blond. Ich habe mich bei Tom entschuldigt und damit war für ihn die Sache auch erledigt. Ich hatte den ganzen Tag ein schlechtes Gewissen und als ich mich entschuldigt habe, hat er nur gegrinst und gemeint, dass er nur wollte, dass wir uns entschuldigen, denn das kann jedem mal passieren. Ich habe zwar ein bisschen Panik, dass ich das Auto nicht mehr benutzen darf, denn dann bin ich echt aufgeschmissen. Keine Ahnung ob ich unter diesen Voraussetzung zurückkommen würde.

Dienstag, 27.03

Rate mal was wir heute wieder machen mussten. Genau. Tomaten pflücken. Da momentan das Wetter noch zu gut ist und kein Regen gekommen ist, wollen diese nämlich einfach nicht aufhören zu wachsen. Die kleinen Tomaten, die wir letzte Woche gepflanzt haben, sind schon so groß geworden. Echt Wahnsinn wie schnell das geht. Wir haben zuhause auch Tomaten, diese habe ich aber noch nie rot gesehen, denn zu diesem Zeitpunkt sind wir immer im Urlaub. Nachmittags haben wir Unkraut gejätet. In Sydney habe ich das gehasst, aber hier war es zur Abwechslung echt mal spannend.

Mittwoch, 28.03

Heute war ein kurzer Arbeitstag, denn Tom ist mit uns zu einem Clearance Sale gefahren. Dort wollte er einen Anhänger kaufen, gekauft haben wir am Ende nichts, aber es war wirklich interessant sich so etwas anzuschauen. Ich war die einzig junge, weibliche Person. Marvin und ich haben überhaupt nicht reingepasst. So richtig nicht- Farm-mäßig. Danach hat uns Tom noch die Gegend gezeigt, hat uns die Landschaft erklärt und wir hatten richtig witzige Gespräche. Wir sind 1 1/2 Stunden gefahren und man hat richtig gemerkt wie sich alles verändert. Es war viel wärmer, die Erde war sandig und es wurden andere Pflanzen angebaut.

Donnerstag, 29.03

Mein letzter Arbeitstag auf der Farm. Das letzte mal Tomaten pflücken und Tomaten waschen. Ich denke ich kann nie wieder ein Bad nehmen ohne Tomaten, da wir diese in einer Badewanne waschen. Nachmittags haben wir Dünger auf Felder gestreut, die in den nächsten Tagen bepflanzt werden. Jetzt tut mein Arm richtig weh. Morgen werde ich bestimmt Muskelkater haben. Wenn man auf einer Farm arbeitet, braucht man eben kein Fitnessstudio. Man spürt Muskeln, die man mit normalen Krafttraining nie gespürt hätte. Also wenn du einen Abwechslung brauchst, kann ich dir das nur empfehlen.

Freitag, 30.03

Den ganzen Morgen haben wir das Haus geputzt, denn heute kommt die ganze Familie. Tom freut sich schon richtig auf seine Frau. Ich kann mir gar nicht vorstellen, seinen Partner nur alle sieben Wochen zu sehen. Für Harry ist das auch ziemlich hart, aber er möchte sich das nicht so anmerken lassen. Am Dienstag ist sein Geburtstag und an diesem Tag fährt seine Mutter auch schon wieder. Ich weiß, wenn meine Mama das geputzte Hause gesehen hätte, hätte sie erstmal geputzt. Nach dem Lunch hatten wir frei. Das war’s. Drei Wochen Farmarbeit sind nun vorbei. Ich machte einen langen Spaziergang, hörte Musik und konnte einfach nicht aufhören zu strahlen. Ich bin heute so glücklich. Es fühlt sich richtig an. Ich merke, dass ich die richtigen Entscheidungen getroffen habe. Momentan fühle ich mich einfach wohl. Ich habe auf der Straße getanzt und gesungen. Zum Glück hat es niemand gesehen. Ich hoffe, dass dieses Gefühl noch ein bisschen anhält. Am Abend habe ich dann Leonie, Toms Frau und Jack, seinen Sohn, kennengelernt. Jack und Harry waren wie meine Schwester und ich. Richtige Zicken. Ich musste mich echt zusammenreißen, denn es war so witzig. Jack hat jetzt nämlich einen „Bart“ und Harry macht sich darüber lustig. Ich muss ihm aber recht geben, denn es schaut echt nicht so gut aus. Der letzte Abend. Wir saßen alle beisammen. Es war wie eine richtige Familie. Man hat gespürt, dass sich Tom und Harry über den Besuch gefreut haben. Tom war richtig zahm. Ganz anders als sonst.

Samstag, 31.03

Ausschlafen konnte ich leider nicht, denn die Anderen haben um 7 Uhr angefangen Radau zu machen. Also fing ich an meinen Koffer zu packen und mein Zimmer aufzuräumen. Ich kann zum Glück meine wärmeren Sachen auf der Farm lassen. Zum Glück, denn ich habe keine Ahnung wie ich das alles in meinen Backpack bekommen hätte. Der Abschied war für mich persönlich nicht schlimm, denn ich sehe alle in zwei Wochen wieder. Trotzdem war es irgendwie komisch, denn ich habe keine Ahnung was mich in zwei Wochen erwarten wird. Völlige Ungewissheit. Auf dem Weg nach Perth hat mir Marvin angeboten, dass ich auch bei ihm und seinem Freund in der Wohnung übernachten könnte. Perfekt. Ich habe zwar schon den Couchsurfer gefragt, aber Tom hat gemeint, dass ich auf mich aufpassen soll, denn das Viertel in dem er wohnt, hat nicht den besten Ruf. Ich hatte schon ein bisschen Panik, deshalb habe ich die Couch liebend gerne angenommen. Danke nochmal an euch! Vielleicht kann ich mich irgendwann mal revanchieren. 

Sonntag, 01.04

Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen als ich geschrieben habe: es ist schon März. Jetzt ist der März wohl vorbei. Liegt es daran, dass man älter wird oder warum rennt die Zeit so? Als ich heute morgen um 7 Uhr aufwachte, konnte ich irgendwie nicht mehr liegen bleiben. Also machte ich einen Walk durch Perth. Als ich um 9 Uhr Hunger bekam, dachte ich mir nichts dabei und machte mich auf den Weg zu Woolworth. Ja, dort stand ich dann halb am verhungern. In Sydney wäre so etwas nicht möglich, aber hier in Perth machen die Geschäfte an einem Sonntag erst um 11 Uhr auf. Die Zeit verbrachte ich am Elizabeth Quay und genoss die Sonne. Als die Läden offen hatten, konnte ich endlich etwas essen und danach startete meine Shoppingtour. Eigentlich wollte ich Klamotten für Bali einkaufen, aber irgendwie gibt es nur Winterklamotten. Das könnte daran liegen, dass es jetzt Winter wird. Jetzt sitze ich am Flughafen. Bin natürlich viel zu früh da. Richtig deutsch. Ich bin schon total aufgeregt, denn ich habe keine Ahnung, was mich in Bali erwartet. Natürlich weiß ich, dass ich Jakob treffen werde, aber ich habe mich noch überhaupt nicht über Bali informiert. Ich liebe einfach Überraschungen.

Ich bin bereit für das nächste Abenteuer. Die nächsten Wochen werde ich erstmal richtig genießen. Das habe ich mir auch verdient nach der harten Arbeit. Arbeit und Reisen im Wechsel ist perfekt für mich und man hat immer etwas auf das man sich freuen kann. Man muss sich manchmal einfach mal selber belohnen. Das sollte man auf jeden Fall.

Ich bin schon gespannt, ob Jakob sich verändert hat oder ob er einen Unterschied bemerkt. In den letzten Wochen bin ich nochmal richtig gewachsen. Leider nicht in die Höhe. Jetzt geht es los. Ich hoffe, dass ich mich nicht wieder klein mache, sondern dass ich zeige wer ich bin.

Liebe Grüße aus den Wolken!

Lara

PS: Ich wünsche dir wunderschöne Ostern!

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2 Gedanken zu “Next adventure #28

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