Rainy days in Australia #31

Montag, 16.04

Die Woche startete mit Putzen. Putzen, putzen, putzen. Am Wochenende ist nämlich eine große Farmtour und dafür müssen wir die Farm natürlich herrichten. Das heißt Laub fegen, Bäume fällen, Metallschrott zusammensammeln und die Küche putzen. Tom ist schon ziemlich aufgeregt und die Stimmung ist allgemein ein bisschen angespannt. Die Arbeit hat sich heute ziemlich gezogen. Irgendwie vergeht die Zeit auch überhaupt nicht. Es schleicht alles. Ich weiß überhaupt nicht, woran das liegen könnte, denn jeder hat mir erzählt, dass am Ende die Zeit so rennt. Am Anfang ist sie auch gerannt, aber jetzt vergeht die Zeit überhaupt nicht. Vielleicht muss ich mich auch erst wieder an das Arbeiten gewöhnen. 

Dienstag, 17.04

Irgendwie vermisse ich die Tomaten schon ein bisschen. Tom hat mir gesagt, dass sich die Arbeit ändern wird, aber dass sich innerhalb von zwei Wochen so viel ändern kann, hätte ich nicht gedacht. Man erntet nicht mehr so viel Gemüse, sondern baut z.B. Häuser oder Zäune. Heute haben wir mit dem alten Haus von Tom angefangen, das möchte er nämlich zu einem Hostel herrichten. Ich finde es echt cool, wenn ich sozusagen einen Teil dazu beitragen kann. Dann kann ich nämlich sagen, dass es ein Hostel in Australien gibt, dass ich sozusagen mitgebaut habe. Nachmittags war ich wieder ein bisschen laufen. Irgendwie brauche ich den Auslauf. Vielleicht auch, weil Tom gemeint hat, dass so viele Woofer bei ihm zunehmen. Ich versuche wieder in meine Workout Routine reinzukommen, damit ich fit für den deutschen Sommer bin. Heute hat mir endlich mal jemand für die Ostküste zurückgeschrieben. Sie „hört“ sich auf jeden Fall schon mal supernett an.  Es ist zwar noch nicht hundert Prozent sicher, aber ich hoffe, dass es klappt. 

Mittwoch, 18.04

Heute haben wir endlich mal wieder Tomaten gepflückt. Wahrscheinlich die letzten Tomaten für dieses Jahr. Nächste Woche werden wir die ganzen Tomatenpflanzen rausreißen, da der Boden sich erholen muss. Als ich das letzte Mal hier war, haben wir neue Tomaten gepflanzt und sie sind jetzt schon so groß geworden. Vielleicht kann ich diese noch ernten, wenn das Wetter nochmal gut wird. Zudem haben wir noch Auberginen gepflückt. Meine absolute Hassarbeit, denn wusstest du, dass Auberginen Stacheln haben? Es tut einfach so weh diese zu pflücken und zu waschen. Richtig nervig. Anscheinend gibt es auch Auberginen ohne Stacheln, aber Tom baut wahrscheinlich nur welche mit Stacheln an, um die Woofer zu ärgern. 

Donnerstag, 19.04

Heute ist der 19. Vor 7 Monaten habe ich mich auf den Weg gemacht. Auf den Weg ins Ungewisse. Innerhalb dieser sieben Monate hatte ich viele Ups and Downs. Ich habe viel gelernt, habe Freundschaften geschlossen, habe neue Sachen ausprobiert, habe Mut bewiesen, habe mich besser kennengelernt und bin an mir gewachsen. 7 Monate bin ich nun schon in Australien. Ich weiß nicht, ob das ein langer Zeitraum ist oder nicht. Irgendwie kann ich das nicht so einschätzen. Für mich persönlich ist das lange. Es ist eine lange Pause von meinem echten Leben. Ich bewundere die Menschen, die zwei Jahre auf ihr Zuhause verzichten können. Ich möchte endlich wissen, wie ich zuhause sein werde, ob ich wieder in alte Muster zurückfalle oder nicht. Ob die Leute merken, dass ich mich verändert habe. Meine Mama hat mir heute eine Nachricht geschrieben, dass für sie die ersten Monate so langsam vergangen sind und jetzt die Zeit so rennt. Bei mir ist das Gegenteil der Fall. Ich bin schon froh, dass ich das hier alles gemacht habe, aber momentan wäre ich gerne zuhause. In Deutschland fängt jetzt der Sommer an und hier wird das Wetter immer schlechter. So schrecklich. Ich glaube, dass es keinen Tag gibt, wo in Australien und Deutschland das Wetter gut ist. Man kann halt nicht immer 24/7  Sonnenschein haben. Noch nicht mal in Australien.

Freitag, 20.04

Heute war ein ziemlich entspannter Tag. Tom hat uns eigentlich den ganzen Tag alleine gelassen. Also hatte man wenig Druck und musste sich nicht so reinstressen. Wir haben heute wieder die Küche sauber gemacht, da irgendjemand mit dreckigen Schuhen durchgelaufen ist. Jetzt kann ich meine Mama wenigstens verstehen, denn diese regt sich auch immer auf, wenn wir Dreck nach dem Saubermachen mit rein bringen. Nachmittags haben wir etwas komplett anderes gemacht, denn Tom hat auch Orangenbäume, die er dieses Jahr einfach vergessen hat. Ich habe noch nie so einen großen Orangenbaum gesehen. Es hat mich total an meine Kindheit erinnert, denn meine Großeltern haben einen Kirschbaum in den wir immer geklettert sind und Kirschen genascht haben. So ähnlich war das heute auch. Ich habe es sogar bis hoch in die Krone geschafft. Einfach dort oben zu sitzen, hat ein Gefühl von purer Freude in mir hervorgerufen. Das beste ist, dass wir die Orangen auch essen dürfen. Der Geschmack ist einfach unbeschreiblich. Ich habe noch nie so eine gute Orange gegessen. Leider habe ich mir dann noch meinen halben Finger abgeschnitten. Ok, eigentlich nur ein kleines Stück, aber es hat ganz schön weh getan. Orangenpflücken ist halt nicht ungefährlich.

Samstag, 21.04

Mein erster Day Off. Heute hat es den ganzen Tag geregnet und zwar so richtig. Es war ein typisch deutsches Wetter. Nach dem Frühstück haben Nadine und ich uns dann auf den Weg nach Bunbury gemacht, da ich shoppen gehen wollte. Ich musste mich so zusammenreißen, dass ich nichts kaufe. Es gab so schöne Stiefel und Winterjacken, aber ich musste daran denken, dass ich schon mit 20kg nach Perth gekommen bin und ja auch nicht alles wegschmeißen kann. Also muss ich an der Ostküste shoppen gehen. Ich habe mir eine supersüße Koala Schlafmaske gekauft, da mir in Bali meine „abhanden gekommen“ ist.  Jetzt habe ich immer eine Erinnerung an Australien. In Bunbury hat es dann richtig angefangen zu schütten. Der Heimweg war echt aufregend, denn die ganzen Straßen standen unter Wasser. Nadine fand das zwar nicht so toll, aber ich hatte meinen Spaß. Am Abend war die Stimmung schrecklich. Heute war dieser Bauernmarkt und Tom musste helfen. Da es so stark geregnet hat, sah der ganze Platz dann aus wie nach einem Autorennen, da die ganzen Autos im Matsch stecken geblieben sind. Ich hoffe, dass die Stimmung morgen wieder besser ist.

Sonntag, 22.04

Heute Morgen weckte mich der Regen. Irgendwie ist es schön mal wieder vom Regen geweckt zu werden, aber das muss jetzt nicht zum Standard werden. Ich hoffe, dass das Wetter bald ein bisschen besser wird, denn so macht das Arbeiten auch keinen Spaß. Heute war ein ziemlich entspannter Tag, denn Jack, Nadine und ich mussten Gemüse verkaufen. Es war zwar echt stressig, aber hat so Spaß gemacht. Die Tour von Tom konnten wir leider nicht anschauen, denn diese war zur gleichen Zeit wie der Markt. Vielleicht hat er das aber auch extra gemacht, da er sehr nervös war und dachte, dass wir blöde Fragen stellen. Während der Tour hat es zum Glück nicht geregnet, deshalb war die Stimmung danach auch besser als gestern.

Jetzt ist die erste Woche auf der Farm vorbei. Endlich. Keine Ahnung warum, aber die Zeit vergeht überhaupt nicht. Vielleicht werde ich innerhalb der nächsten Woche noch herausfinden wieso oder es ändert sich, was natürlich besser wäre. Die Planungen für die Ostküste gehen jetzt auch endlich voran und ich fühle mich auch endlich wieder wohler in meinem Körper. Ich würde zwar echt gerne jeden Tag ins Fitnessstudio rennen, aber das ist momentan halt nicht möglich.

Ich bin gespannt, wie die nächste Woche wird, denn ab morgen bin ich alleine und zwar so richtig alleine. Nadine beginnt morgen ihre Reise, das heißt, dass ich der einzige Woofer bin. Was natürlich gut ist, da ich so mehr Geld verdienen kann, aber ich denke schon, dass es irgendwie komisch wird. Zum Glück verstehe ich mich mit Jack ganz gut, denn davor hatte ich ein bisschen Panik, da Sarah meinte, dass er komisch ist. Was ich daraus gelernt habe und eigentlich auch schon vorher wusste: mache dir immer selbst einen Eindruck und lasse dich nicht beeinflussen.

Ich hoffe, dass du eine superschöne sonnige Woche hattest und das gute Wetter genossen hast!

Bis bald

Lara

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