Sailing Trip #37

Montag, 28.05

Am Morgen sind wir nach Airlie Beach gefahren. Dort wollten wir eigentlich an den Strand. Leider hat es auf einmal angefangen zu regnen. Deshalb waren wir im Visitor-Center und haben uns darüber informiert, was man hier in der Gegend machen kann. Mittags sind wir durch das kleine Städtchen geschlendert. Es ist hier richtig schön, aber man fühlt sich auch so, als wäre man in Deutschland, da hier fast nur Deutsche sind. Nachmittags sind wir zu einem wunderschönen Wasserfall gefahren, haben einen Walk gemacht und sind schwimmen gegangen. Das Wasser war zwar echt kalt, aber nach dem Walk war es die perfekte Abkühlung. Was gibt es besseres als unter einem Wasserfall zu schwimmen? Es war heute sozusagen unsere Dusche. An der Westküste war das mit dem Duschen irgendwie leichter, da es nicht so kalt war. Hier ist es schon eine Überwindung sich unter eine eiskalte Dusche zu stellen. 

Dienstag, 29.05

Heute startet unser Segeltrip zu den Whitsundays. Am Morgen waren wir nochmal in der Stadt, denn ich wollte mir noch eine Cap kaufen, da das auf einem Boot ja eigentlich ganz praktisch ist. Um 13 Uhr trafen wir uns dann am Hafen von Airlie Beach. Eigentlich hatten wir eine Party/ Relax-Tour gebucht. Was wir bekamen war sozusagen ein privater Segeltrip. Da momentan keine Hauptsaison ist, waren wir insgesamt nur acht Mädchen auf dem Boot. Das Segelschiff war richtig schön und es war echt interessant mal so ein Schiff von innen zu sehen. Unser erster Stopp war in einer kleinen Bucht, wo man vom Boot springen konnte. Was mich persönlich etwas störte, dass man so komische Anzüge tragen musste um sich vor den Quallen zu schützen. Das sah nicht unbedingt stylisch aus. Abends haben wir dann gegrillt. Es war echt interessant die ganzen Geschichten von den anderen Mädchen zu erfahren. Wir saßen alle zusammen haben gequatscht und gelacht. Ich fühle mich nach dem ersten Tag schon super entspannt. Jetzt liege ich in meinem Bett und kann die Augen kaum mehr aufhalten. Ich glaube ich möchte nie mehr irgendwo anders schlafen, als auf einem Boot. Es fühlt sich so gut an. Man wird richtig in den Schlaf geschaukelt. 

Mittwoch, 30.05

Um 6 Uhr startete der Motor von dem Schiff. Um 6 Uhr. Ich hätte noch ewig schlafen können. Schon lange habe ich nicht mehr so gut geschlafen. Das Frühstück hätte ich mir eigentlich schenken können, denn mittags war der Seegang so schlimm, dass mir richtig schlecht geworden ist. Auf der Insel haben wir uns verschiedene Strände angeschaut. Natürlich auch den Whitehaven Beach. Das Wasser dort war wirklich unglaublich schön. Man kann es eigentlich gar nicht in Worte fassen. Dort haben wir einen Walk zum wohl bekanntesten Punkt in Australien gemacht. Viele Leute haben diesen Ort sogar auf ihrer Bucket List stehen. Ich hatte ihn zwar nicht drauf stehen, aber trotzdem war ich dort. Zum Glück, denn diesen Anblick möchte ich wirklich nicht missen. Nachmittags waren wir schnorcheln. Man hat zwar schon viele Fische gesehen, aber man kann es nicht mit Exmouth vergleichen. Die Fische waren nicht so bunt und auch das Riff war eher grau. Trotzdem hat es echt Spaß gemacht. Das Highlight des Tages war auf jeden Fall die warme Dusche danach. Sowas hört man sicherlich auch nur von einem Backpacker oder von mir. Nachmittags gab es dann Nacchos. Das war das beste Essen seit langem. In Australien habe ich mich irgendwie total in mexikanisches Essen verliebt. Ist es komisch, dass ich mich jetzt schon auf ins Bett gehen freue? Auf einem Boot zu schlafen, ist einfach perfekt.

Donnerstag, 31.05

Der letzte Morgen startet mit einem kleinen Walk auf einer verlassenen Insel. Was richtig spannend war, dass wir alle auf dem Boot mithelfen mussten, da wir nur so wenige Passagiere waren. Man hat einen kleinen Einblick bekommen was es da alles zu tun gibt. Das Segel zu spannen, sieht auf jeden Fall leichter aus als es ist. Als wir die Segel gespannt hatten, ging es richtig los. Das Boot stand fast horizontal. Man musste sich richtig an der Seite festklammern, dass man nicht runterrutscht. Das war vielleicht mal eine Erfahrung, die ich so schnell nicht mehr erleben möchte. Den Trip haben wir mit Condor gebucht. Die Crew war richtig lieb und hat sich super um uns gekümmert. Ich kann jedem nur eine Tour zu den Whitsundays empfehlen. Ich hatte eine super Zeit. Eine Zeit ohne Handy, ohne die sozialen Netzwerke. Hier habe ich gemerkt, wie traurig es mich macht, wenn Leute immer nur am Handy sind. Man kann nicht jeden Moment genießen. Man sieht nicht die Kleinigkeiten. Die Welt ist weniger bunt. Was kann einem das Handy geben, was das reale Leben nicht kann?  Manchmal wünsche ich mir eine Zeit ohne Handys zurück. Einfach weil man so das Leben mehr lebt. Ich habe zwar auch Kontakt mit meiner Familie zuhause, aber auch nicht immer, da ich einfach weiß, dass sie immer für mich da sind, auch wenn wir keinen Kontakt haben. Ich möchte die letzten Wochen noch genießen. Jede einzelne Sekunde ausschöpfen. Jeden Moment leben. Ich finde, dass man durch das Handy die Hälfte verpasst. Man verpasst zu viel. Man verpasst Momente, die man nie wieder bekommt. Man verpasst das Abenteuer. Als wir wieder in Airlie waren, haben wir uns an den Strand gelegt und auf Nick gewartet. Am Abend haben wir lecker gekocht und waren im Boom feiern. Dort sollte eigentlich eine Aftershowparty sein von allen Bootfahrten, doch von unserer Fahrt war leider niemand da, denn die meisten mussten mit dem Greyhound-Bus weiterfahren. Noch ein Punkt, warum ich ganz glücklich bin nicht mit dem Bus fahren zu müssen. 

Freitag, 01.06

Der fünfte Tag in Airlie Beach. So lange waren wir noch nie an einem Ort, aber hier ist es auch richtig schön. Am Morgen versuchte ich nochmal mein Glück und kaufte eine Postkarte. Ich bin mal gespannt, ob sie diesmal ankommt. Meine ersten Postkarten habe ich ohne Briefmarke abgeschickt, da das ja angeblich funktionieren soll. Bei mir hat es leider nicht geklappt. Mal schauen, ob es die 3$ Briefmarke wert war. Heute ging es nach Bowen. Die Stadt der Mango. Überall in der Stadt kann man riesige Mangos finden. Leider ist momentan keine Mangosaison, sonst hätten wir gerne welche gegessen. Eigentlich wollten wir hier ein paar Walks machen, aber irgendwie waren diese alle nur so kurz. Als ich mit Judith die Westküste gemacht habe, waren wir nach 3km richtig unausgelastet. Tja, jetzt muss ich mich halt ein wenig anpassen. Ich vermisse die Zeit mit ihr richtig, aber wir planen jetzt schon, wann wir uns treffen. Nachmittags sind wir Richtung Townsville gefahren. Ich bin mal gespannt, ob ich heute schlafen kann, denn der Campingplatz, wo wir gerade stehen, ist direkt an der Straße. Morgen geht es nach Townsville. 

Samstag, 02.06

Am Morgen waren wir in einem richtig schönen Nationalpark. Dort haben wir endlich mal einen längeren Walk gemacht. Danach waren wir in dem Fluss schwimmen. Angeblich soll es hier auch Krokodile geben, aber die Australier die da waren meinten, dass sie noch nie eins gesehen haben. So langsam kommen wir in die Gegend, wo man aufpassen muss, wo man hingeht. Ich bin mal gespannt, ob wir auf unserer Reise noch ein Krokodil sehen. Mittags waren wir in Townsville. Eine richtig schöne Stadt. Im Gegensatz zu den andern Städten eine richtige Großstadt. Dort haben wir uns am Strand ausgeruht und das gute Wetter genossen. Mit dem Wetter haben wir momentan echt Glück. Ich hoffe, dass das auch so bleibt, denn ich möchte noch ein bisschen Farbe tanken. Hier gibt es einen richtig großen Berg, den nachmittags alle hochlaufen. Würde ich hier wohnen, würde ich auf jeden Fall auch jeden Tag hochlaufen. Es war das perfekte Workout und hat richtig Spaß gemacht. Man ist ca. 1500 Treppen hochgestiegen. Oben angekommen, war die Aussicht einfach unbeschreiblich schön. Man hatte einen Ausblick auf die ganze Stadt.  

Sonntag, 03.06

Am Morgen haben wir die Fähre von Townsville nach Magnetic Island genommen. Dort war es so schön. Schau dir einfach die Bilder an. Wir sind endlich mal richtig gewandert. Nicht nur diese kleinen Läufe. Das hat mich richtig glücklich gemacht. Mittags haben wir uns in die Sonne gelegt und ich war schwimmen. Bei einem Walk haben wir zwei deutsche Mädls kennengelernt, diese haben so von Neuseeland geschwärmt, da habe ich echt Lust aufs Reisen bekommen. Mit diesen sind wir dann weitergelaufen. Da wir den Bus zur Fähre verpasst haben, entschieden wir uns dazu, dass wir lieber laufen anstatt zu warten. Der Sonnenuntergang war wunderschön. Allgemein war es ein richtig schöner Tag. Abends waren Nick und ich mexikanisch Essen. Jetzt stehen wir an einem wunderschönen Campingplatz, der direkt am Meer ist. Wenn jeder Campingplatz so schön wäre, wäre das echt perfekt.

Das war meine Woche. So langsam merkt man, dass wir doch alle sehr unterschiedlich sind. Unterschiedlich muss aber nicht schlimm sein. Vielleicht ist es auch einfach ein Lagerkoller. Wahrscheinlich ist es das. Ach, das ist gerade alles so nervig. So habe ich mir das nicht vorgestellt. Letzte Woche war doch alles so gut. Was ist mit dem genießen und dem glücklich sein? Naja manchmal kann halt nicht alles perfekt sein. Das ist das reale Leben. Es sind die guten und die schlechten Dinge, die dazugehören. So ist das leider. Das kann man auch nicht ändern. Momentan würde ich gerne weinen. Keine Ahnung warum. Deshalb kam auch gestern der Blog nicht online. Vielleicht ist es auch, weil ich so langsam realisiere, dass die Zeit rennt. Ach manchmal macht man sich das Leben einfach viel zu kompliziert. Es könnte so schön und einfach sein.

Bis bald!

Lara

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s