Last Roadtrip #38

Montag, 04.06

Letzte Woche haben wir einen Australier kennengelernt, der uns Crystal Creek empfohlen hat, wo man Klippenspringen machen kann. Dort sind wir heute hingefahren. Die Fahrt hat ewig gedauert und es kam mir eher so vor, als würden wir zum Skifahren fahren. Es war ein wunderschönes Gebirge. Die Aussicht war atemberaubend. Wie gerne ich nochmal dort hin würde. Wir haben uns kleine Wasserfälle angeschaut und die Zeit einfach genossen. Auf dem Weg zum Campingplatz haben wir dann auch die Klippe gefunden. Der Mann hat uns von einem mega Sprung vorgeschwärmt. Er meinte, dass es mindestens 18 Meter sind. Die ganze Zeit haben wir uns schon Gedanken gemacht, ob wir es wirklich machen würden. Die ganzen Gedanken waren ganz um sonst, denn letztendlich waren es max. 5 Meter. Was ich daraus gelernt habe: nicht so viele Sorgen machen und einfach spontan entscheiden. Die spontansten Entscheidungen sind doch auch einfach die Besten. Obwohl ich von deutlich höheren Klippen gesprungen bin, war es eine Überwindung, denn wir waren die einzigen Menschen da und man muss echt immer aufpassen, dass das Wasser auch tief genug ist. Das Wasser war tief genug und zudem sehr sehr kalt. Als ich wieder draußen war, hat die Haut richtig von der Kälte gebrannt. Trotzdem war ich richtig glücklich. Ich weiß nicht warum, aber bei so einem Sprung merke ich immer wie aufregend das Leben ist. Man sollte alles ausprobieren und die Angst überwinden. Es lohnt sich.

Dienstag, 05.06

Heute war der Tag der Wanderungen. Als wir im Visitor-Center in Tully waren, schwärmte die eine Frau von einem Walk. Eine Wanderung für die man sich sogar an- und abmelden musste, da es gefährlich sein kann. Nick und ich entschieden uns dazu es zu probieren. Vorgesehen waren fünf Stunden. Nach drei Stunden waren wir fertig. Der Anfang war wirklich sehr hart. Es ging sehr steil hoch und man musste fast klettern. Das perfekte Workout. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt so geschwitzt habe. Die Aussicht war einfach unbeschreiblich schön. Als wir zurück am Auto waren, war ich richtig glücklich und musste einfach strahlen. Nach der Wanderung sind wir nach Mission Beach gefahren. Irgendwie haben wir uns die Stadt viel größer vorgestellt. In zwei Minuten hätte man durch den ganzen Ort laufen können. Der Strand sah richtig schön aus und als ich die Ferienhäuser gesehen habe, dachte ich mir auch, dass man hier länger bleiben könnte. Nachmittags haben wir nochmal eine kleine Wanderung auf einen Berg gemacht, diesmal war der Weg aber deutlich einfacher. Von dort oben hatte man Sicht auf 11 Inseln. Wahnsinnig schön.

Mittwoch, 06.06

Der Tag der Wasserfälle. Heute war ein richtig schöner Tag. Am Morgen haben wir uns die Josephine Falls angeschaut. Irgendwie verzaubern mich Wasserfälle. Diese geballte Kraft. Es ist zwar echt gefährlich, aber irgendwie auch wunderschön. Ich weiß gar nicht mehr welcher Wasserfall welcher war. Jeder war einzigartig und eigentlich kann man sie nicht miteinander vergleichen. Leider hatten wir heute nicht so Glück mit dem Wetter, deswegen konnten wir nicht schwimmen gehen. Wir waren bei den Milla Milla Falls,  den Billie Falls und den Big Millstream Falls. Ich habe bestimmt einen vergessen …  Der Weg zum letzten Wasserfall wurde von einer Red-bellied Black Snake versperrt. Eine der giftigsten Schlangen Australiens. Diese Schlange hatte auf jeden Fall nicht vor aus dem Weg zu gehen. Tom hat mir damals erklärt, dass ich versuchen sollte zu singen, denn dann sollte die Schlange weggehen. Als ich es ausprobierte, bewegte sich die Schlange in meine Richtung. So richtig Angst hatte ich nicht, erst als ein Australier anfing sie mit Steinen zu bewerfen. Ohne ihn wären wir zwar nicht zum Wasserfall gekommen, aber das hätte auch nicht unbedingt sein müssen. Wäre ich die Schlange gewesen, hätte ich definitiv zugebissen. Später am Nachmittag zog dann ein kleines Gewitter herbei. Das Wetter war zwar auch nicht so super, aber damit meine ich eher die Stimmung zwischen mir und Casandra. Es ist völlig normal, dass so etwas passiert, wenn man so lange aufeinandersitzt. Ich bin froh, dass wir uns ausgesprochen haben. Das sollte man auch auf jeden Fall immer machen, denn so können Missverständnisse schnell aus dem Weg geräumt werden. Nach der Aussprache war die Stimmung wieder unbeschwert, so wie am Anfang. Als wir auf dem Campingplatz angekommen sind, spielten wir erstmal Fußball, lachten und tanzten.

Donnerstag, 07.06

Eigentlich wollten wir heute noch mehrere Wasserfälle anschauen, aber irgendwie haben wir diese nicht gefunden. Die Leute im Visitor-Center konnten uns keine richtig guten Tipps geben, was man in dieser Gegend machen kann. Wir wollten einen Walk machen, doch der war gesperrt. Dann wollten wir zu einem Wasserfall, den wir uns schon gestern angeschaut hatten. Irgendwie war heute ein richtig komischer Tag. Wir waren alle total müde und hatten auf nichts Lust. Wir sind ausgetravelt. Irgendwann kommt einfach der Tag, an dem man müde vom ganzen reisen ist. Das Reisen ist zwar echt wunderschön, aber auch anstrengend. Man kann die ganzen Eindrücke nicht so richtig verarbeiten, da man am nächsten Tag wieder neue Dinge erlebt. Das einzig nützliche was wir heute gemacht haben, war ein Lagerfeuer am Abend. Mal schauen ob wir morgen motivierter sind.

Freitag, 08.06

Heute waren wir in Port Douglas. Ein wunderschönes kleines Städtchen. Ich habe mich richtig verliebt. Wir sind durch die Straßen geschlendert und haben uns gesonnt. Irgendwie ist die Stimmung momentan richtig komisch. Wir wissen einfach nicht, was mit Nick los ist. Er redet auch nicht mit einem, was richtig traurig ist, denn so können wir ihm auch nicht helfen. Nachmittags haben wir uns nochmal zusammen die Stadt angeschaut. Der Tag war zwar auch nicht super spannend, aber ich brauchte mal wieder einen entspannten Tag. Einen Tag, wo man seine Gedanken schweifen lassen kann. Einen Tag, wo man versuchen kann, das Erlebte zu verarbeiten. Am Abend sind wir nach Cape Tribulation gefahren.

Samstag, 09.06

Der Morgen startete mit einem super leckeren Frühstück, denn der Campingplatz hatte sogar eine Küche. Der Campingplatz war richtig schön gelegen. Umgeben von den Bergen und mitten im Grünen. Das Wetter war richtig sonnig, deshalb entschieden wir uns an den Strand zu gehen. Man musste zwar echt aufpassen, da es hier Krokodile gibt, aber diese sollen angeblich nur im Wasser sein. Wir hatten einen super schönen Tag, doch man merkt langsam das es sich dem Ende zu neigt. Nachmittags entschieden wir uns dazu nach Cairns zu fahren. Ich wollte irgendwie in ein Hostel. Mal wieder ein richtiges Bett. Außerdem hat mich Nick ziemlich enttäuscht, da er nicht sagen möchte, was ihn an mir stört, da er mich angeblich damit verletzten würde. Mit so einer Person möchte ich dann auch nicht in einem Auto übernachten. Er weiß fast alles über mich und ich fast nichts über ihn. Wir hatten eine richtig schöne Zeit und ich finde es richtig schade, dass es so enden muss. Das Hostel ist richtig schön. Das Beste daran ist, dass ein Fitnessstudio dabei ist. Endlich wieder Sport! Jetzt genieße ich mal die Nacht im eigenen Bett.

Sonntag, 10.06

Um 6 Uhr wurde ich von Nicks Wecker geweckt. Danach konnte ich nicht mehr so richtig schlafen, deswegen entschieden Casandra und ich uns dazu ins Fitnessstudio zu gehen. Es war richtig komisch wieder zu trainieren. Nach fast einem halben Jahr wieder im Fitnessstudio. Richtig komisches Gefühl, aber es hat gut getan. Im Hostel gab es erstmal Frühstück. Ich war richtig überrascht, was hier alles inklusive ist. Mittags waren wir im Outlet Center. Heute war ein richtiger Shoppingtag. Die einzige Sache, die ich wirklich brauche, ist ein Koffer. Diesen habe ich jedoch nicht gefunden. Als wir wieder im Hostel waren, erkundeten wir noch ein bisschen Cairns. Wir waren auf einem Markt, der mich sehr an Paddy´s Market erinnert hat. Danach sind wir noch ein bisschen in der Stadt herumgeschlendert. Das Highlight des Tages: ich habe endlich einen Koffer gefunden! Tschüss Backpack. Irgendwie geht mit dem Backpack eine richtige Geschichte zu Ende und es tut mir schon ein bisschen weh, es jetzt einfach hier zu lassen. Wo ich überall schon mit ihm war. Was wir alles schon zusammen erlebt haben. Apropos erlebt haben. Die letzten vier Wochen war ich immer mit Nick und Casandra zusammen. Heute haben wir uns getrennt. Die Stimmung war schon seit Tagen komisch. Nick hat uns auch gesagt, dass wir oft nerven, was natürlich auch verständlich ist, wenn man 24/7 aufeinandersitzt. Was ich schade finde, dass er nicht gesagt hat was ihn stört. Er hat sozusagen den ganzen Kummer in sich hineingefressen. Ich hätte gerne gewusst, was ihn stört. Auch wenn es mich wahrscheinlich verletzt hätte, aber ich würde es gerne wissen anstatt nur zu raten. Jetzt steht hier ein großes Fragezeichen. Ein Fragezeichen, was unser Reiseende ein bisschen unschön gemacht hat. Die Verabschiedung war komisch. Es war leicht unangenehm. Ich war verletzt. Ich weiß, dass wir uns nie wieder sehen werden. Wir haben vier Wochen in einem Auto geschlafen und ich hätte nie gedacht, dass es so enden würde. Wir hatten keinen Streit, keine Auseinandersetzung. Nichts. Trotzdem stehen Dinge zwischen uns, die nie ausgesprochen wurden. Und das zerstört es ein bisschen. Ich bin dennoch unendlich dankbar für die letzten Wochen. Für die Wochen, in denen ich unbeschwert lachen konnte. In denen ich einfach ich sein konnte. In denen ich viele wunderschöne Orte gesehen habe. In denen ich Erinnerungen gemacht habe, die ich nie vergessen werde. In denen ich positive und negative Erfahrungen machen durfte. Jetzt bin ich bereit für ein neues Abenteuer.

Am Montag hätte ich nie gedacht, dass diese Woche die Reise vorbei sein würde. So schnell können sich Dinge ändern. Es war eine aufregende Woche. Eine aufregende Reise. Ich bin unendlich dankbar, dass ich das hier erleben durfte. Auch wenn das Ende momentan noch als nicht so schön erscheint, weiß ich, dass ich in ein paar Wochen nur die schönen Dinge sehen werde. Ich habe diese Woche sehr viel gelernt. Viel nicht verstanden und an mir selbst gezweifelt. Warum? Eigentlich war es total unnötig sich darüber Gedanken zu machen. Eigentlich. Denn eigentlich sollte man sagen, was einem nicht passt, aber dafür braucht man eben viel Mut. Ich bin traurig, dass ich es nie erfahren werde, aber in ein paar Tagen sind diese Gedanken wahrscheinlich auch schon verflogen. Jetzt wird es mal das Leben gefeiert!

xoxo

Lara

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2 Gedanken zu “Last Roadtrip #38

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