Australia – my love

Seit vier Wochen bin ich jetzt schon wieder in Deutschland. Zu Hause. In meinem Reich.

In einem Zuhause, das sich verändert hat. In einem Zuhause, das sich irgendwie auch nicht verändert hat.

Wie lange habe ich auf diesen Moment gewartet? Lange. Insgesamt neun Monate.

Ich dachte, dass es bestimmt schmerzhaft wird, wenn ich Australien verlasse, war es auch, aber nicht so schlimm wie ich dachte. Ich habe wunderschöne neun Monate erlebt. Neun Monate für die ich unglaublich dankbar bin. Diese neun Monate haben mich gelehrt. Sie haben mich wachsen lassen. Sie haben mich ich sein lassen.

In den letzten Minuten im Flugzeug habe ich aus dem Fenster geschaut und habe gelacht. Gelacht, da ich eine wunderschöne Zeit hatte. Gelacht, da ich das Beste daraus gemacht habe. Gelacht, da ich jeden Moment ausgelebt habe. Gelacht, da jedes Lachen echt war. Gelacht, da ich wusste, was jetzt kommt. Meine Familie.

Das Wiedersehen zaubert mir immer noch Tränen ins Gesicht. Es war unbeschreiblich schön. Nach einem 21 Stunden Flug seinen Liebsten in die Arme zu fallen, ist wohl alles was man braucht um glücklich zu sein.

Eine Familie ist alles, was man braucht um glücklich zu sein.

Man stellt sich diesen Moment total magisch vor, das ist er auch definitiv.

Es war total komisch wieder auf deutschen Straßen zu fahren. Es war auch komisch wieder nach Hause zu kommen und zu sehen, dass alles noch beim Alten ist, aber ich denke, dass das auch besser war, sonst hätte ich mich so fremd gefühlt.

Meine Eltern waren ganz erstaunt, dass ich in so einer guten Verfassung war. Ich konnte auf meinem ersten Flug acht Stunden schlafen, dies war auch gut, denn so kam ich ohne Jetlag an und konnte jeden einzelnen Augenblick genießen. Ich war einfach glücklich. Gegen dieses Glück siegt kein Jetlag dieser Welt.

 

Anfang des Jahres hatte ich Angst nach Hause zu kommen. Vielleicht war ich auch einfach noch nicht so weit. Als ich dann meinen Rückflug gebucht hatte, habe ich jeden Tag im Kalender abgestrichen. Ich habe mich so darauf gefreut wieder nach Hause zu kommen. Ich habe mich auf meinen Alltag, meine Familie und mein Leben gefreut.

An diese Freude muss ich mich in Momenten wie diesen zurück erinnern. Zuhause angekommen musste ich erstmal erfahren, dass mein geplantes Studium nicht stattfindet. Zumindest nicht in der Stadt meiner Wahl. In den ersten zwei Wochen war das auch kein Problem. Ich habe einfach das australische Leben gelebt. Alles positiv gesehen und sich nicht zu viel stressen lassen. Wenn das nur immer so einfach wäre. Ich weiß, dass ich alles schaffen kann, aber manchmal fehlt einem einfach die Kraft und am nächsten Tag steht man auf und es scheint wieder die Sonne. Alles passiert aus einem ganz bestimmten Grund. Ich sollte mich davon nicht runterziehen lassen. Ich sollte das Positive darin sehen. Das Positive, das Neue, das viele Möglichkeiten mit sich bringt. Möglichkeiten an die man vorher nicht gedacht hätte. Also machen wir jetzt einfach das Beste daraus. Das Beste aus deinem Leben!

Australien war eine wunderschöne Zeit. Ich hatte viele Ups and Downs. Wenn ich auf die Zeit zurückschaue, sehe ich Tage an denen ich gestrahlt habe, Tage an denen ich nicht weiter wusste, Tage an denen ich Heimweh hatte, Tage an denen ich geweint habe. Ich habe in diesen neun Monaten so viel über mich, über Freundschaften und über Australien gelernt.

Neun Monate habe ich gebraucht von einem Embryo zur kleinen Lara zu werden. Neun Monate habe ich mir nun Zeit genommen die Lara zu werden, die ich nun bin. Ich bin in diesen neun Monaten über mich hinaus gewachsen. Ich bin erwachsener geworden, selbstbewusster und habe gelernt, was Selbstliebe bedeutet. Ich habe diese neun Monate gebraucht. Auch wenn Menschen sagen werden, das diese neun Monate sinnlos oder eine Zeitverschwendung waren, weiß ich innerlich ganz sicher, das es die beste Entscheidung war. Eine Entscheidung, die ich nie bereuen darf.

Australien war der Ort, an dem ich gemerkt habe, was Leben bedeutet. Es hätte sicherlich überall anders sein können, aber ohne diese Zeit, würde ich jetzt im Bett liegen und weinen. Durch diese Zeit habe ich gelernt wie wertvoll das Leben ist. Wie sinnvoll jeder kleine Fehler ist. Wie wundervoll jedes Lachen ist.

 

Jetzt bin ich schon seit vier Wochen zuhause. Vier Wochen. Die Tage sind verflogen.  Das Einleben hat nicht lange gedauert. Der Alltag ist ganz schnell wieder da. Eigentlich ist alles gut. Eigentlich. Mein einziges Problem ist, dass sich alles so verändert hat. Nicht in meiner Familie. Nein, Freundschaften verändern sich. Ich habe gedacht, dass ich schon genug Veränderungen durchgemacht habe, aber nein. Ich musste feststellen, dass ich für die Menschen, die mir wichtig waren, nicht wichtig bin.

Das habe ich besonders an meinem Geburtstag gemerkt. Ich hatte einen wunderschönen Tag, dennoch haben Menschen gefehlt. In den ersten Tagen war es hart das zu akzeptieren, aber ich dachte mir, dass ich auch hier mein Leben genießen muss und mir keine Sorgen machen sollte. Ich lasse mir von Personen, denen ich nichts bedeute ganz sicher nicht mein Leben vermiesen. Es kommt alles so wie es kommen soll. An meinem Geburtstag waren wohl die wichtigsten Personen da. Meine besten Freunde. Die Personen, die noch geblieben sind. An diesem Abend habe ich gemerkt, was Freundschaft bedeutet. An diesem Tag habe ich gemerkt, wem ich etwas bedeute und das hat mir gereicht. Es war und ist immer noch hart, das zu akzeptieren, aber was soll man machen? Trübsal blasen? Warum? Man lebt nur einmal.

Ich schreibe gerade diesen Text und merke, das ich das gerade alles nicht verfolge. Wirklich alles. Ich verstecke mich hier, denn ich habe Angst meine alten Freunde zu sehen. Ich habe Angst mich zu zeigen. Also lebe ich theoretisch gerade mein Leben nicht. Oder zumindest genieße ich es nicht. Mir ist klar, das solche Phasen normal sind, aber mir ist auch klar, dass ich mir diesen Abend nicht vermiesen lasse. Ich werde rausgehen und es allen zeigen. Zeigen wie glücklich ich bin egal ob mit ihnen oder ohne sie. Ich werde zeigen, wer ich bin. Ich kann mich nicht verstecken.

Ich bin glücklich und ich hoffe du auch!

Deine Lara

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